2024: Dritte Saison mit Athene
Wie doch die Zeit vergeht! Kaum im Oktober 2023 ausgewassert. Im April 2024 schon wieder eingewassert!
Halt, halt, so schnell dann auch wieder nicht.
Einiges war schon noch dazwischen los.
Immerhin fünf Monate und einige Aufgaben.
Wie schon letztes Jahr war die Planung und Organisation der Route und der Hafenplätze eine aufwändige Arbeit, die Marcel mit Hingabe erledigte. Ich durfte im Januar eine neue, sehr spannende Stelle antreten, die mir erlaubt, während der Segelsaison remote von der Yacht aus zu arbeiten. Für mich geht damit ein Traum in Erfüllung. petra
Unter Wasser
Es gibt immer wieder wunderbare Aufnahmen von Lebenwesen die sich unter dem Schiffsrumpf bewegen und diesen als Schutz in Anspruch nehmen.
Wir freuen uns auf die neue Saison
20. März bis 23. April 2024
Nach der Winterpause zu Hause, gemütlich im grauen Winter vom Lossegeln geträumt, gings für Marcel bereits am 20. März 2024 zurück nach Preveza, wo ATHENE den Winter verbrachte. Einige Service- und Reparaturaufträge wollten überwacht werden. Auch selbst Hand anlegen tat Marcel - vom Winschenservice, über das Zusägen der Lattenroste für alle Kojen, die Antifouling-Behandlung des Propellers bis zum Einbauen unseres neuen Kraftwerks, der Efoy- Brennstoffzelle, war doch einiges zu erledigen. Gut untergebracht in einem netten Appartement in Preveza, hielt er es aber gut aus.
Am 15. April ging es auch für mich los. Athene wurde am 16. April 2024 wieder in ihr Element gesetzt.
So schön, sie wieder schwimmen zu sehen. Schon beinahe Routine, alles wieder herrichten, Genua anschlagen, Einkäufe verstauen, Beiboot aufblasen, Putzen, etc. etc. Nach zwei Tagen war alles parat. Nur dass Wetter war gegen uns. Regen, starker Wind, unangenehmer Schwell. Und dann auch noch Saharastaub der sich über alles legte, den Himmel bleiern aussehen liess. Nichts zum Lossegeln. Also mieteten wir ein Auto und erkundeten die Umgebung und die Insel Lefkada (mehr unten, unter **herausgepicktes). Dann endlich, am 23. April 2024 hiess es Leinen los - Korfu wir kommen!
Von jetzt ab geht es immer nur nordwärts, bis wir in Venedig ankommen!
petra
...herausgepicktes**
19.-23.4.2024
Kraftwerk
Energiemanagement ist auf einer
Segeljacht ein wichtiges Thema. Genügend Strom zu haben ist relevant. Wir möchten aber so unabhängig wie möglich von Häfen und deren Landstromquelle oder dem Dieselmotor sein. Unsere beiden Solarpanelen von insgesamt 360 kWh sind eine gute Grundstromquelle. Dennoch wollten wir zur Sicherheit, auch um länger autark unterwegs sein zu können, ein Backup einbauen, dass uns Sicherheit gibt und ökologisch ist.
Brennstoffzelle
Nach einigen Recherchen haben wir uns für den Einbau einer EFOY-Brennstoffzelle entschieden.
Die EFOY Brennstoffzelle beruht auf der DMFC (Direkt-Methanol-Brennstoff-zellen)-Technologie.
Sie wandelt chemische Energie (Methanol) ohne Zwischenschritte und grosse Wirkungsgrad-verluste in elektrische Energie um. Dabei ist sie effizient und aussergewöhnlich umweltfreundlich. Funktionsweise
Der Einbau war eine besondere Aufgabe für Marcel, denn es musste zuerst der geeignete Platz gefunden werden. Dessen Kriterien waren: sie muss in der Nähe der Batterie sein, die Tankpatrone mit Methanol ist idealerweise auch gleich nebenan einzubauen. Es muss genügend Luftzufuhr vorhanden sein, so dass die Brennstoffzelle auch richtig funktioniert. Nach mehrmaligem Umstellen, konnte Marcel die Brennstoffzelle an
die Batterie aschliessen und - sie funktioniert perfekt.
Liferaft
Schon in Lavrion, beim Kauf von ATHENE, haben wir uns eine supertolle offshore taugliche Rettungsinsel (Liferaft) für sechs Personen gekauft.
54 kg schwer, 80x54x32cm gross. Wohin damit? Eine Liferaft soll so angebracht sein, dass sie im Notfall fix und schnell von Bord geworfen werden kann. Weil wir keinen geeigneten Platz auf die Schnelle ausmachten, verbrachte sie die letzten beiden Jahre im "Keller". Endlich fanden wir in Preveza die Handwerker die uns eine geeignete Halterung am Heck anbringen konnten. Jetzt ist die Rettungsinsel einsatzbereit - wobei wir hoffen, dass sie nie zum Einsatz kommen wird!
Ausklang
Nachdem ATHENE am 16. April wieder in ihr Element gesetzt wurde, wollten wir
ein paar Tage im Golf von Ambrakien segeln. Aufgrund der schlechten Wetterprognosen sahen wir davon ab. Wir genossen das kleine Städtchen Vonitsa, am Ambrakischen Golf, dann mit dem Auto. Wir trafen dort eine befreundete Familie. In einem kleinen Restaurant haben wir uns dann durch die gesamte Meersfrüchte-Palette rauf und runter gefuttert - einfach köstlich.Tags darauf sind wir auf die Insel Lefkas losgedüst. Nach einer kurvenreichen Fahrt landeten wir in einer Schlucht, die zu den Nidri Wasserfällen führte.
Die Insel Lefkas hat uns gut gefallen, die Stadt Lefkada strahlt ein italienisches Flair aus.
petra und marcel
Gen Korfu
24.-25. April 2024
Am 24. April legten wir in Preveza Richtung Korfu ab. Nach einem schönen Tagestörn ankerten wir in der wunder-schönen Bucht Ormos Ay Kiriakis. Vorsaison heisst auch: die schönsten Buchten für sich alleine haben!!! Am nächsten Morgen sind wir von der Festlandseite los Richtung Korfu aufgebrochen. Wir durchquerten eine Regenfront und machten gegen Mittag des 25. April in der großartigen Marina des Sailingclubs von Korfu fest. Überwältig von dieser unglaublichen Lage, direkt unterhalb des Forts von Korfu. Die Marina kann man nur durch den Eingang der Fortanlage erreichen. Ausserhalb der Öffnungszeiten haben nur Anlieger der Marina Zutritt - wir waren wieder einmal am rechten Ort zur rechten Zeit.
Sisi's Insel - Mimi's Glück - Korfu die grüne Insel
25.-28. April 2024
Der Zufall wollte es, dass unsere Freundin Mimi ihre Ferien auf Korfu verbrachte. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, sie zu besuchen (Reminder: letzten Oktober segelten wir von Preveza via Paxos nach Korfu, um Mimi zu treffen). Dieses Mal fuhren wir mit dem Auto von Korfu-Stadt auf die andere Seite der Insel, wo sie ihre Ferien verbringt. Es war wie immer lustig, wir haben uns köstlich unterhalten. Mimi zeigte uns einige schöne Orte auf der Westseite der Insel, es war ein wundervoller Tag mit einem fantastischen Blick in die Zwillingsbucht und einem phänomenalen Sonnenuntergang. Am nächsten Tag unternahmen wir noch eine tolle Tour über Land mit der Besichtigung des Korission-See. Es ist ein Süsswassersee, der ganz nahe am Meer liegt. Eine weite Strecke besteht nur aus einer drei Meter breiten Nehrung, die den See vom offenen Meer trennt. Ansonsten liegen grosse Dünenlandschaften zwischen See und Meer.
Aber Leute, bis wir den See wirklich gefunden haben, das war schon so eine Sache!
Navi sei Dank, haben wir uns bei der Anreise so verfranzt, dass wir auf einen Sandweg gelandet sind, der immer schmaler, furchiger und holperiger wurde. Plötzlich landeten wir in einer Sackgasse. Da standen wir vor einem Zaun mit der Aufschrift "No Entry!" Petra konnte uns, dank ihrer Fahrkünste, durch Millimeterarbeit mit Vor- und Rückwärts-manövern wieder aus der Falle befreien. Der Rest war Besichtigung der wunderschönen Dünen, dem See und einem z‘Vieri in einer netten Landbeiz.
Am Abend haben wir das Auto zurückgegeben und von unserer Agentin* Sevastiana die gestempelten Ausreisedokumente entgegengenommen. Hat alles perfekt funktioniert.
Am Morgen vom 25. April haben wir abgelegt und sind wir Richtung Albanien aufgebrochen.
Griechenland adé!!
*Agenten die wahren Helfer:innen
Während unserer bisherigen Reise haben wir uns regelmässig die Dienste von Agenten:innen gesichert. Das hat sich bewährt. Denn die Dienstgänge zu den verschiedenen Amtsstellen (Zoll, Einreisebehörde, Portpolice) sind doch recht mühsam.
Gerade auch das Ein- und Ausklarieren von Land zu Land ist jedes Mal eine Wissenschaft für sich. Und natürlich gibt es jeweils länderspezifische Besonderheiten, die die Profis kennen. Auch die Stilllegung über die Wintermonate war immer mit sehr grossem administrativem Aufwand verbunden. Wir kennen das zur Genüge, denn wir mussten als Nicht-EU-Schiff unter Schweizer Flagge in jedem Hafen ein- und ausklarieren. Die Kosten für die Dienstleistungen des Agenten, der Agentin waren allemal fair. Ausserdem geben sie meist wertvolle Tipps, vermitteln Mietwagen oder anderes. Marcel hat da ein gutes Händchen und kommuniziert immer rechtzeitig und intensiv, bisher hat alles super funktioniert!
petra
Albanien, wir kommen
28. April bis 15. Mai 2024
Nächstes Ziel: Sarande in Albanien
Wir verlassen Griechenland am 28. April 2024 und damit Europa. Sarande ist ein Port of Entry den wir auf direktem Weg anlaufen müssen um die Einreiseformalitäten zu erledigen - auch hier hat Marcel eine Agentin* engagiert, die alle Formalitäten für uns managte.
Wir hatten eine wunderschöne Überfahrt von Korfu nach Albanien. Die Anfahrt an den richtigen Anlieger im Hafen von Sarande gestaltete sich etwas knifflig, weil wir der Meinung waren, dass wir zum Q-Dock müssen. Aber das entsprach überhaupt nicht dem Ort, den uns die Agentin nach einem kurzen Telefonat nannte. Wir mussten in den Fährhafen. Nichts wie hin und nicht vergessen, die Untiefe zu umschiffen. Unsere Agentin und ihr Kollege warteten bereits, um uns beim Anlegen behilflich zu sein. Wie oft an solchen Unorten, ragten aus den Wänden Schrauben von abgerissenen Gummipollern. Damit diese keine Kratzer am Schiffsrumpf hinterlassen, mussten wir sehr gut abfendern!
Nachdem wir einklariert waren, durften wir endlich an Land. Damit hat es folgendes auf sich: wenn wir die Hoheitsgewässer Europas verlassen und in die eines Staates ausserhalb der Europäischen Union einfahren, müssen wir die gelbe Q-Flagge hissen. Diese besagte früher, alle an Bord sind gesund. Solange die Einklarierung nicht erledigt ist, darf keine Person (ausser dem Skipper, wenn er selbst zu den Behörden muss) das Schiff verlassen!!
Sarande ist eine kleine, nette Stadt die uns freundlich begrüsste. Die hübsche Promenade mit schönen Restaurants wartete darauf, dass die Saison beginnt - Handwerker versetzten so mancher Fassade den letzten Schliff.
Nach einem feinen Risotto und Salat, gab es einen Cappuccino und Gelati für Marcel. Im Lädeli besorgten wir bei einer alten Bäuerin Gurken, Äpfel und Tomaten. Wir beschlossen, schon diese Nacht weiter nach Orikum loszufahren. Ursprünglich wollten wir zwei Tage hier bleiben, aber ehrlich Sarande gibt das nicht her.
marcel und petra
Datenvolumen und Währung
Albanien ist nicht in der EU. Daher können wir mit unserem Daten-Abo hier nicht surfen. Darum war der erste Gang in Sarande in den Kiosk hinter dem Fährhafen, um SIM-Karten mit genügend Datenvolumen zu kaufen. Wir besorgten zwei Touristenpakete. Eines für 23 Leke (23 Euro), mit 1000 nationalen Minuten, einem 40 GB Datenpaket und 15 Tage Laufzeit. Eines für 29 Leke (29 Euro), mit unbegrenzten Telefonminuten national, 100 GB Datenpaket und 21 Tage gültig. Die zwei Verkäuferinnen haben uns die SIM-Karten eingesetzt und alles perfekt aktiviert.
In Albanien gilt die Währung Leke. 100 Leke entsprechen 1 Euro - immer. An den meisten Orten kann auch mit Euro bezahlt werden. Trotzdem ist es gut, Leke zu haben, im Bus, auf dem Land. Im Laden ist das Zahlen mit Euro oft nicht möglich.
petra
Von Sarande nach Orikum
Um 18 Uhr haben wir abgelegt und sind Richtung Orikum aufgebrochen. Der Sonnenuntergang war erste Sahne. Ein gemütlicher Nachttörn lag vor uns. Leider wenig Wind, so dass wir die ganze Strecke motoren mussten. Aber die Strömung schob uns ordentlich vor sich her. Wir waren viel schneller als geplant unterwegs. Wir reduzierten die Tourenzahl, um erst am Morgen in die Bucht von Orikum einzubiegen. Unterwegs sahen wir immer wieder mal einen Frachter oder ein Kreuzfahrtschiff das parallel mit uns fuhr und auf die wir besonders aufpassen mussten. Bei der Einfahrt in den Fjord von Orikum liegt die Insel Sazan. Gespengstern gleich, patroullierten ca. zehn Militärboote um die Insel. In der Ferne, hinter der Insel, lag ein grosser Militärkreuzer verborgen. Rund um die Insel ist Sperrgebiet, kein Schff darf dieses befahren.
Die Geschichte dahinter: zwischen 1972 und 1984, als unter der Herrschaft von Enver Hoxha im sozialistischen Albanien an die 200.000 Bunker erbaut wurden, wurde aus Furcht vor einer Invasion des Westens auch die Insel Sazan mit einem Netz aus kilometerlangen Tunneln und mehr als 3600 Bunkern, die einem Atombombenangriff standhalten sollten, überzogen. Ein unterirdisches Kino, eine Schule und ein Krankenhaus wurden gebaut. Heute sind die Bauten verlassen und verfallen.
marcel
Orikum
Die Marina Orikum liegt etwas abseits vom Ort. Ein gut viertelstündiger Fussmarsch muss man einrechnen, um in den Ort zu kommen. Es ist ein kleines Dorf mit Lädeli und kleinen Restaurants. Am ersten Abend entschlossen wir uns, den Fussmarsch auf uns zu nehmen und ins Dorf zu gehen. Dafür mussten wir neben nigelnagelneuer Strasse die aber auf der Seite noch lange nicht fertig ist, entlang gehen. Wir waren noch keine Minute unterwegs, da hielt ein Fahrzeug an in der eine Frau sass. Sie fragte, ob sie uns mitnehmen könne. Ja gerne, wir möchten im Dorf einkaufen. Sie hatte auch vor im Lebensmittelgeschäft einzukaufen und nahm uns mit dorthin. Als wir fertig waren meinte sie, dass sie uns wieder zurückfahren würde. Bei der Rückfahrt erzählte sie, dass sie in der Nähe der Marina in einem Restaurant arbeite und wenn wir mal Zeit hätten, würde sie sich freuen, wenn sie uns da sehen würde. Wir haben sofort zugeschlagen und sind mit ihr ins Restaurant gefahren. Es ist ein italienisches Restaurant, die Pizza gibt es leider erst in zwei Wochen. Wir hatten aber feine Pasta und genossen den Abend. Es stellte sich heraus, das sie die Managerin des Restaurants war und auch einige wenige Zimmer hatte. So eine nette Begegnung, spontan und unkompliziert.
petra und marcel
Der Süden Albaniens
Vor unserer Rückreise in die Schweiz haben wir ein Auto gemietet, organisiert durch Odi unserem Marinero, der uns in jeder Lebenslage perfekt unterstützte, von der Autoreservation, zum Taxi nach Tirana. Wir fuhren über einen Pass mit gefühlt tausend Kurven und hatten eine wunderbare Aussicht auf die grüne Küste, bevor wir in der Stadt Himare landeten.
Auch in Albanien haben wir gefilmt...
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Der Norden Albaniens
Nachdem wir von unserem Kurztrip aus der Schweiz zurückkamen, sind wir von Tirana aus noch zwei Tage in den Norden gefahren. Auch da wunderschöne Orte mit viel Charme. Eine Stadt mit dem Namen Shkodra hat es uns besonders angetan. Eine sehr lebendige Stadt mit Markt und vielen fliegenden Gemüsehändlern. Man sieht sie überall. Die Innenstadt ist wunderschön hergerichtet, großartige Fussgängerzone, wunderschöne Moscheen. Diese Stadt ist eine Reise wert. Vorher haben wir noch in der Nähe von Lezha, weit draussen auf einer Landzunge in einem rustikalen Ressort übernachtet. Die Anfahrt war sehr abenteuerlich, da die Schlaglöcher in der Strasse zum Ressort ordentlich in die Wirbel ausstrahlten. Ein weiterer Höhepunkt war der Skadar Lake. Dieser See liegt zum grössten Teil auf montenegrinischem Boden.
Tirana eine Stadt im Umbruch
Tirana ist extrem spannend - die Stadt boomt regelrecht. Neubauten moderne Tower wachsen in die Höhe. Daneben schicke Häuser, Moscheen und Kirchen. Diese Stadt besuchten wir, bevor wir einen kurzen Zwischenstopp in der Schweiz einlegten. Es gibt viel Sehenswürdigkeiten, unter anderem Bunk'Art2. Eine von mehreren Gedenkstätten, die uns an die Diktatur erinnerte und uns sehr beeindruckte. In diesem Bunker wurden die Gräueltaten der Diktatur beschrieben, das ging echt unter die Haut. Wir konnten uns ein Bild davon machen, was Menschen erleiden müssen, wenn sie sich gegen ihre Peiniger auflehnen.
marcel und petra
Albanien ein Land der Gegensätze
Ein Land im Umbruch. An der Küste werden moderne und grosse Hotelkomplexe und Ferienwohnungen aus dem Boden gestampft. Auf dem Land ist alles noch sehr ursprünglich. Die Menschen leben in den Dörfern und kleinen Städten, bauen ihre Lebensmittel selbst an. Die Öffnung, nach 50 Jahren Diktatur und Abschottung gelingt langsam. Wunderbare Landschaft. Interessante Gegensätze von Süd nach Nord. Die Menschen sind freundlich - eher zurückhaltend. Albanien steht am Beginn einer neuen Zeitrechnung hin in die Moderne - viel Investoren riechen die Möglichkeiten. Wir sind froh, haben wir noch beide Gesichter des Landes gesehen - vermutlich ist es in zehn Jahren ganz anderst.
petra
Wenn du noch nicht
genug hast!
Yachties: Wenn ihr noch mehr Hintergrundinformationen für Albanien braucht...
James Bond, oder was?
Von Albanien nach Montenegro
Wir sind auf unserem Nachttörn von Albanien nach Montenegro. Albanien haben wir hinter uns gelassen. Check aus war in Durres, Albanien, am 16. Mai 2024. Insgesamt liegen 106.9 SM vor uns. Die Sonne geht einmal mehr wunderbar leuchtend unter. Wir sind allein auf dem weiten Meer. Ich habe Wache und schaue mich um, z.B. nach unbeleuchteten Booten. Die Küstenlinie ist nur schwach beleuchtet, alles ruhig.
Plötzlich ein heller „Blitz“ von Backbord nach Steuerbord direkt vor uns. Wow, wow, was ist das? Ein Boot, das ich übersehen habe? Marcel, Marcel schau mal nach! Nichts. Dann wieder, aber steuerbord voraus. Da ist aber nichts, kein Boot – Nichts. Ich schau rundum – und plötzlich, aus meinem rechten Augenwinkel heraus, sehe ich rechts oben, kleine rote und grüne Punkte, die leuchten. Sie sind da und plötzlich weg. Plötzlich da und plötzlich wieder weg. Da begreifen wir, dass es eine Drohne ist. Mitten in der Nacht kurz vor der Grenze zu Montenegro. Das ist so unheimlich und hat uns erschreckt. Marcel fällt ein, dass er einmal gelesen hat, dass die Grenzen vom Zoll via Drohnen überwacht werden. Wir sind baff. Vor allem, weil die Drohne immer wieder kommt. Ab und zu fliegt sie vor uns durch mit hellem Scheinwerfer. Dann ist sie für eine Weile ganz verschwunden. Oft begleitet sie uns blinkend. Das Spektakel dauert insgesamt über eine Stunde, in der sie immer wieder kommt uns begleitet, manchmal mit Scheinwerfern vor oder über uns flitzt, aber meist als stiller blinkender Begleiter, in einem gewissen Abstand mit uns fliegt.
Was sie von uns wollten? Ob wir „nur“ ein Übungsobjekt waren? Ob wir verdächtig waren? So mitten in der Nacht, ein einsames kleines Segelboot?
Wir wissen es nicht. Es war auf jeden Fall sehr unheimlich, James Bond lässt grüssen.
petra
Montenegro
16. Mai bis 5. Juni 2024
Die nächste Etappe führte uns von Durres Albanien nach Tivat in Montenegro.
Empfang in Montenegro
Wir wurden von einem Unwetter empfangen, dank dem konnten wir mit einer blitzblank geputzten Athene in Montenegro einreisen. Am Q-Steg (Einreise-Quai) haben wir hinter einem der grössten Segelschiffe, der BLACK PEARL (wer 1.2 Mio Euro zu viel hat, kann sie neustens dafür eine Woche chartern) festgemacht.
Ein besonderer nautischer Leckerbissen bei unserer Ankunft in Montenegro.
Du hast noch nicht
genug?
Yachties: Wenn ihr noch mehr Hintergrundinformationen für Montenegro braucht...
Unsere Motivation?
Wir wollen immer wieder und neues entdecken. Unseren Weg übers Meer und über Land so gestalten wie es gerade passt.
KROATIEN
6. Juni bis 30. Juni 2024
Eine lange Reise mit vielen Höhepunkten und dem Ziel Biograd na Mura, um unsere Badeplattform reparieren zu lassen.
Dubrovnik
Dubrovnik war und ist ein Zentrum der kroatischen Kultur. Geschichtlich war es eine bedeutende Handelsstadt sowie Hauptort der einstigen Republik Ragusa.
Die Altstadt ähnelt einem grossem Museum. Man kann sich beim Durchqueren der Altstadt gut vorstellen, dass in der Hochsaison der Bär brummt. Wir genossen die Stadt, lediglich beim Eingang durchs Stadttor gab es Bänder um die Leute zu leiten. Im Altstadtzentrum war es angenehm, lebhaft aber nicht überfüllt oder gar ein Gedränge.
Einklarieren muss sein. Von Griechenland nach Albanien kommend müssen wir einklarieren. Und zwar im ersten Hafen in dem einklariert werden kann - ohne Umwege oder Pausen! Zum Glück hat Marcel vorgängig abgecheckt, ob der Port of Entry Cavtat in Betrieb ist. Es hiess NEIN. Dieser sei nur in der Hochsaison besetzt. So fuhren wir die paar Meilen noch bis Dubvronik weiter. Deswegen klarierten wir in Dubvronik ein, was problemlos über die Bühne ging.
Gegenüber dem Q-Dock, an dem wir zuerst anlegen mussten, um einzuklarieren, liegt die Marina Frappa. In dieser organisierten wir einen Platz für zwei Nächte. Die Marina hat die Laufstege überdacht, so dass man im Schatten laufen kann. Auf dem Dach des Marina Gebäudes konnten wir einen coolen Dachgarten mit Swimmingpool bestaunen. Der Pool steht den Gästen zur Verfügung, Den Pool haben wir zwar nicht benutzt, uns aber einen Sundowner mit Aussicht gegönnt.
Ein Schockerlebnis
Gemütlich wollten wir einkaufen gehen. Kurz nach Verlassen der Marina, hörten wir einen Schrei. Wir sahen, wie eine Frau über die Strasse rannte - beinahe in ein herbeifahrendes Auto - und in den Wassergraben sprang, der die Anlage umringte. Als wir näherkamen, lag sie leblos im Wasser, mit dem Gesicht nach unten. Herbeieilende Männer sprangen hinterher. Einer von ihnen versuchte sie umzudrehen, was schwierig war. Ein lebloser Körper ist so schwer - das schafft kaum einer alleine. Zu zweit schafften sie es, sie an den Rand des Wassergrabens zu bringen. Mit vereinten Kräften versuchten sie und andere Helfer, sie über den Betonrand hochzuziehen. Das war keine leichte Aufgabe, aber es gelang. Zum Glück war ein leichtes Atmen zu sehen. Dank Petra, die bei ihr blieb und ihr gut zuredete blieb sie ruhig liegen, nachdem sie die Augen geöffnet hatte. Ihr Mann, der an der Rettungsaktion beteiligt war, erzählte, dass sie psychische Probleme hätte und schon mehrmals versuchte sich das Leben zu nehmen. Petra konnte ruhig mit ihr reden, da erzählte sie, ihr Name sei Kathy und sie käme aus der Nähe von London. Sie beschrieb ihr Leben, als schrecklich und sie wolle, nicht mehr nach Hause. Als der herbeigerufene Krankenwagen kam, wollte sie flüchten und sich gleich wieder ins Wasser stürzen. Nur mit Müh und Not konnte sie von den Sanitätern festgehalten werden. Einer hat ihr klipp und klar deutlich gemacht, dass sie ins Spital zur Abklärung kommen müsse. Kathy wollte einfach nicht und sträubte sich. Der Sanitäter sagte, wenn sie nicht freiwillig mitkäme, müsse er die Polizei rufen. Da hat sie eingelenkt.
Das war ein richtiges Schockerlebis, das uns noch lange nachging. Ein richtiges Drama.
marcel und petra
Pula
Das Amphitheater von Pula, oft auch als die Arena von Pula bekannt, ist das Wahrzeichen der Hafenstadt und mit Sicherheit die wichtigste Attraktion von Pula. Diese historische Attraktion zählt zu den wichtigsten Kulturgütern in Istrien. Diese imposante Arena ist das sechstgrösste Amphitheater aus der Antike, und eine Besichtigung gehört schon fast zum Pflichtprogramm bei jedem Stadtrundgang. Fertiggestellt wurde es in der Regierungszeit des Kaisers Vespasian im 1. Jahrhundert, in der gleichen Zeit, als das Kolosseum in Rom entstand. Bis zu 26.000 Zuschauer konnte diese riesige Arena fassen. Früher wurden hier Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen und Seeschlachten vor Publikum ausgetragen.
Tja, wenn Träume wahr werden, ist es möglich, dass das Erträumte bei Weitem untertroffen oder bei Weitem übertroffen wird. Wohl die meisten hoffen, dass alles Erträumte bei Weitem übertroffen wird. Und nicht wenige wünschen sich insgeheim, dass ihr Traum nie in Erfüllung geht – egal wie – denn dann haben sie ausgeträumt und die Realität holt sie auf den Boden der Tatsachen.
Schon einmal so viel:
Unser Traum ging in Erfüllung, und wie!
Die Durchlauchtigste (La Serenissima)
Ein lang gehegter Traum wird wahr.
1. Juli bis 3. August 2024
30. Juni 2024 bis 3. August 2024
Am Anfang stand ein Traum. Am Ende waren wir Überglücklich.
Highlights
Wir wollen unsere Segelreise mit Highlights spicken, die wir unbedingt auf eigenem Kiel erreichen wollen. Eines davon ist VENEDIG, die Durchlauchtigste, La Serenissima.
Und wie es der Zufall wollte, sind wir an der Boot Düsseldorf 2023 direkt über die Lagune von Venedig gestolpert, also über das Bodenbild der Lagune, direkt in den Stand der Marina Isola Certosa. Bestimmung war das – denn diese Marina liegt auf der Isola La Certosa nur eine Kanalbreite gegenüber der Hauptinsel Venedig. Perfekt gelegen – weg vom Rummel.
Genau das, was wir uns erträumten. Wir mussten nicht lange überlegen und beschlossen, im Sommer 2024 wollen wir dort einen Liegeplatz buchen. Gesagt getan. Nach kurzem Überschlagen der Reisezeit von Preveza, Griechenland, nach Venedig, mit Start im April 2024, sollten wir es auf den 1. Juli 2024 schaffen.
30.6. bis 1.7.2024
Am 30. Juni 2024 um 21 Uhr, hiess es Leinen los in Umag, Kroatien nach Venedig. Gute 45 NM bis Venedig lagen vor uns. Wir machten daraus einen Nachttörn, so dass wir früh am Morgen in Venedig einlaufen würden. Die schon beschriebenen Algenteppiche begleiteten uns die ganze Nacht. Das schönste daran war, dass wir diese kleinen Lebewesen im Wellengang, den wir beim Durchschneissen mit unserer ATHENE verursachten, zum Fluoreszieren brachten. Blau leuchtende Wellen teilten sich vor unserem Bug – es war eine unglaubliche Stimmung und ein Erlebnis, dem ich stundenlang während der Nachtwache zusehen konnte.
Morgengrauen, am 1. Juli 2024. Ein spezieller Geruch kitzelt unsere Nase. Nach der luftigen, frischen Meeresbriese trifft ein stark erdiges Aroma unsere Geruchssinne. Nach Land riecht es – nach erdigem Land. Sehen konnten wir erst einen schwachen Streifen der Küste – also des Lidos. Was wir später erst erkennen konnten. Die Aufregung stieg. Wir waren kribbelig. Wie war es wohl in Venedig der Stadt der Liebe, der Träume, der fantastischen Historie, vielfältiger Geschichten, des Carnevals, des Wassers, der Brücken, der Gerüche, der Kunst und Kultur, mit dem eigenen Boot einzulaufen?
Der Lido wurde deutlich sichtbar, wir fuhren über die flache Bucht von Venedig auf die Einfahrt "Porto Lido" zu. Der schwarz-weiss gewürfelte Leuchtturm empfing uns steuerbords. Leute, so aufgeregt war ich noch selten bei der Einfahrt in einen neuen Hafen oder eine unbekannte Bucht. Tausende von Bildern wurden geschossen – Marcel hat das gesamte Spektakel wunderbar festgehalten. Der Kanal war ausgiebig mit Bojen und Einfahrtstonnen gekennzeichnet. Wir mussten uns auf Kurs 300 genau in der Peilung zum Leuchtfeuer halten. Das Bollwerk gegen AQUA ALTA – M.O.S.E. – ist beeindruckend und nicht zu übersehen. Schon schnell wurde uns klar, in und um Venedig mit dem Boot zu fahren bedarf einer hohen Konzentration. Kaum eine Handbreit neben den Fahrwasserbegrenzungen, der Dalben, wird es sprunghaft flach. Also keine unvorhergesehenen Schlenker oder unaufmerksame Fahrfehler! Und die Strömung der Gezeiten ist ausserdem nicht zu unterschätzen – darauf sollten wir uns zukünftig immer gut vorbereiten, wenn wir einen Ausflug mit ATHENE in den Kanälen um Venedig planen.
petra
Das grosse WOW, mit Worten nicht zu beschreiben.
Und dann, 8:30 Uhr, wir lassen unsere Isola La Certosa steuerbord liegen, in deren Marina wir später einlaufen werden. Einbiegen in den Canale Orfanello – dann taucht plötzlich Venedig vor uns auf – entlang des Canale di San Marco ziehen die Seufzerbrücke, der Dogenpalast, der Markusplatz an uns vorbei. Der Canale Grande zweigt steuerbords ab. Backbord liegt die Isola di San Giogio Maggiore – wir biegen ein in den Giudecca Canal und drehen nach einer Weile und fahren zurück, bewundern noch einmal die prachtvollen Gebäude, Kirchen und Palazzi auf beiden Seiten.
Es ist wie im Traum, es ist fantastisch, es ist einfach einzigartig.
Rund um uns wuseln Vaporettos, kleine-, grosse Motorboote aller Art. Lastenkähne, Fähren, edle Taxiboote. Es ist verrückt und mittendrin wir auf unserer ATHENE. Ich glaube während diesen zwei Stunden, die wir vom Eingang Porto Lido bis zur Isola La Certosa zurückgefahren sind, hatte ich ununterbrochen ein grosses Lächeln im Gesicht. Und ICH steuerte, das liess ich mir nicht nehmen!! Sorry Marcel, aber du konntest in dieser Zeit alles auf Fotos und Filmen festhalten. petra
Isola La Certosa, unser Daheim für einen Monat
Nachdem uns der Marinero durch den Kanal, vom Südeingang her, an unseren Liegeplatz gelotst hatte. Werden wir noch einmal überrascht. Isola Certosa ist eine grüne Insel, ohne feste Bewohner. Die Marina beherbergt fast ausschliesslich Boote von Venezianern, wir waren so ziemlich das einzige nicht italienische Boot. Es ist eine grüne Insel, mit einer langen Geschichte. Wen es interessiert, kann sie hier nachlesen.
Am Morgen hoppeln unzählige Hasen über die Insel. Die Sonnenuntergänge über den Dolomiten sind einzigartig. Es ist ein kleines Paradies unsere Isola La Certosa. Am Ende der Insel hat es eine kleine Buvette mit Snacks und Getränken, bei der Ankunft mit dem Vaporetto an der Haltestelle die nur auf Verlangen angefahren wird, ist ein sehr gutes, fantastisch gelegenes Restaurant, das wir immer wieder gerne besuchten. Die Marina Mitarbeitenden sind sehr nett und hilfsbereit, auch wenn es manchmal zwei drei Anläufe brauchte bis etwas klappte, wir haben uns rundum wohl gefühlt.
petra
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Die folgenden Geschichten sind wunderbaren Begegnungen mit Familie und Freunden gewidmet.
Erinnerungen, die wir in unseren Herzen tragen und nie vergessen. Es war eine beseelende Zeit in und um Venedig die wir erleben durften.
Wir durften den 90sten Geburtstag von Hans, Petra's Vater, feiern.
Verbrachten schöne Stunden mit Freunden. Befuhren mit ATHENE die Kanäle und staunten beim Besuch der Biennale.
Marina Certosa
Die Marina Certosa, in der Lagune von Venedig,
war für einen Monat die Homebase für Athene und uns.
Es wurde Zeit weiter zu fahren.
Nach Venedig, ging es auf der anderen Seite der Adria wieder runter
3. August bis 22. September 2024
Von Venedig nach Ravenna
3. August - 4. August 2024
Venedig ade!
Nach einem wunderbaren Monat in Venedig, hiess es am 3. August 2024 Abschied zu nehmen. Nachdem wir uns mit dem nötigen Proviant versehen, die Wassertanks gefüllt und in der doch noch fertig gewordenen Waschküche der Marina Certosa, alle Wäsche gewaschen hatten, starteten wir gegen 14:25 Uhr und verliessen die Marina Certosa.
Ein letztes Mal konnten wir die imposante Anlage von M.O.S.E. bewundern, als wir Richtung Porta di Lido fuhren. Genossen es noch einmal, inmitten des quirligen und lebhaften Verkehrs der unterschiedlichsten Boote, auf dem Kanal zu fahren und stachen hinaus in den Golf von Venedig – mit Kurs Ravenna.
Wir hatten uns entschlossen auf direktem Weg quer über den Golf von Venedig Ravenna anzusteuern. Es lagen immerhin gegen 76 SM vor uns. Es war windstill und das bedeutete, dass wir wohl die gesamte Strecke motoren mussten. Steuerbord zog langsam und stetig der Lido an uns vorbei. Dahinter noch die Türme von Venedig klein, bis sich die Küste unserem Blick entzog und wir nur noch Wasser sahen. Gemütlich nahmen wir ein leichtes Abendessen zu uns und richteten uns auf die Nachtfahrt ein. Auf der Seekarte waren Fischfarmen eingezeichnet – recht grossflächig mit Leuchtbojen an den verschiedenen Enden. Darauf wollten wir achten.
Fischfarmen und Ölbohrtürme
Was wir nicht ahnten, war, dass diese Fischfarmen wirklich riesig sind und nicht immer alle Leuchtbojen funktionierten. Der ersten Fischfarm, die in Wirklichkeit eine Muschelfarm war, begegneten wir kurz vor dem Eindunkeln und hätten beinahe eine Boje übersehen. Wir haben uns zuerst die Augen gerieben, bis wir begriffen, was wir da sahen. Grosse „Fender“ schwammen aufrecht auf einer riesigen Fläche. Das sind Muschelfarmen – und weil diese sehr weit vor der Küste verankert sind, beschlossen wir unsere Fahrt einiges weiter vor die Küste zu verlegen, so dass wir diesen, sich an der gesamten Küste entlangziehenden Felder nicht zu nahe kamen – insbesondere Nachts. Vor der Italienischen Adriaküste, das merkten wir schnell, ist eine grosse Fischindustrie daheim. Es gibt ausgewiesene Flächen „Fish Farm“ die teilweise nicht befahren werden dürfen. In der Nacht Richtung Ravenna fiel uns eine riesige Industrie mitten im Meer auf, die in der Nacht so hell beleuchtet war wie eine Kleinstadt. Auf dem Kartenplotter sahen wir das AIS-Signal der Anlage und viele Boote, die sich um die, wir vermuten Fischfabrik, herum bewegten.
Aussedem liegen vor der Küste Bohrinseln für Öl und Gas und auch Umschlagplätze für Öl und Gas. Darunter hat es einige „Rosthaufen“ die vermutlich nicht mehr in Betrieb sind. Wir hatten das so nicht erwartet. Die italienische Adriaküste ist sehr industrialisiert – Fischzucht und Öl-/Gasindustrie belegen grosse Flächen des Meeres. In der Adria gibt es rund 100 italienische Bohrinseln.
Treibente Tiere und Kadaversichtung.
Am Morgen hatten wir zwei sehr spezielle Begegnungen. Ich sah einen Umriss gegen die aufgehende Sonne und dachte es schwimmt ein Tier im Meer. Als ich das Fernglas nahm, sah ich, dass es ein rosaroter Schwimmring mit einem Einhorn Kopf war – schwimmendes Einhorn im Morgengrauen. Etwas später sah ich einen dicken Gegenstand auf dem Wasser treiben. Zuerst dachte ich es wäre ein abgerissener „Fender“ einer Muschelfarm. Ich fuhr näher heran und wir entdeckten, dass es sich um einen Kadaver handelte. Er sah mumifiziert und aufgedunsen aus – könnte ein Delphin oder kleiner Wal gewesen sein – ziemlich unheimlich. Jedenfalls hielten sich sogar die mittlerweile herbeigeflogenen Möven zurück und schwammen nur um den Kadaver herum - vielleicht war es ihnen auch unheimlich?
Porto San Giorgio
Am 4. August 2024 um 13:15h kamen wir in Porto San Giorgio an.
Marcel hat einmal mehr, dank seiner guten Recherche, den Kontakt zum Hafenmeister herausgefunden. Und nachdem wir in der Einfahrt zum Hafen etwas im Kreis herum geeiert waren, hat Marcel drei Mal einen Pfiff gehört, das war dann auch der Marinero, der uns zu einem schönen Liegeplatz gerufen hat. Bei dem Hafen handelt es sich, wie meist an der italienischen Adriaküste, um einen Clubhafen der privat und meist mit viel Liebe geführt wird. Es gibt in diesen Häfen aber nur seeeehr wenig Transitplätze. Auch ist die Länge und Breite unsere ATHENE nicht gerade optimal für diese kleinen Marinas, da sie im Vergleich zu den Yachten, die die Italiener liegen haben, etwas gross ist. Wir waren, wie in Zukunft so oft, auch das einzige nicht italienische Schiff im Hafen.
Ravenna
Ravenna mit 157.000 Einwohnern liegt im Nordosten Italiens, zwischen der Adria und dem Apennin, 75 km von der Hauptstadt Bologna entfernt. Wer Kunst, Geschichte und Kultur sucht erlebt in Ravenna eine wahre Schatztruhe. Ravenna war jahrhundertelang der Mittelpunkt der Welt. Zuerst als Hauptstadt des Weströmischen Reichs unter dem Gotenkönig Theoderich und später als Zentrum des Byzantinischen Reichs, was das Aussehen der Stadt merklich prägte.
Der Mosaiktraum!
Termoli
Die quirlige, lebhafte Stadt. Italienische Urlauber bevölkern die Stadt und machen sie zu einem Hexenkessel. Die Stadt hat keinen Meter frei, überall ist herausgestuhlt. Essen die liebste Betätigung der Touristen ob einheimisch oder fremd. Weil halt alles so gut schmeckt..Mhhhmmm!
Auch das durfte nicht fehlen...
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Italien lebt...
...unter tausenden von Sonnenschirmen, machen es sich die Italiener gemütlich!
Und zwischen den schönen Sightseeings
wurde auch kräftig gesegelt
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Tremiti Inseln
An Ferragosto hat man etwa das tausendfache Verkehrsaufkommen, wie vor den Osterfeiertagen vor dem Gotthard und das auf dem Wasser bei den Tremiti Inseln. Aber glaubt uns, es war eine Gaudi.
Italien im Wahnsinn !!
Zwischenhalt im Parco Nationale del Gargano
Nationalpark Gargano
Die gesamte Region wurde 1991 als „Parco Nazionale del Gargano“ zum Naturschutzgebiet erklärt. Mit seinen 120.000 Hektar und zwölf verschiedenen Ökosystemen ist er der größte Nationalpark Italiens und der Nationalpark mit der größten Artenvielfalt in Europa.
Der Gargano lockt nicht nur mit einer fast 150 km langen Küste, an der sich Klippen, Strände und Buchten fortlaufend abwechseln, sondern auch mit dem dichten Mischwald der „Foresta Umbra“.
Nächtlicher Besuch
Wir hatten es uns in den Gewässern des Nationalparks gemütlich gemacht. Nach dem Eindunkeln bekamen wir Besuch von der Küstenwache. Sie leuchteten mit ihren Taschenlampen unser Boot an und als wir fragten, was sei, meinten sie nur "Linea rosso". Irgendwo hatte ich so etwas gesehen und als es mir dämmerte, waren sie schon wieder weg. Wir fragten auf englisch nach, ob wir den Ankerplatz räumen sollen. No war die Antwort und sie verschwanden wieder in der Nacht. Nachträglich wurde uns bewusst, dass diese rote Linie tatsächlich auf der Seekarte zu sehen war, dann wenn man nicht so weit in die Karte hinein zoomt. Aber in Navily war der Ankerplatz von mehreren beschrieben und wir waren der Meinung, dass dies nur für die Gross-Schifffahrt relevant sei. Ausserdem war kein Hinweis, dass man da nicht ankern dürfe.
Regennass
Der Regen kam plötzlich und ergoss sich in Strömen über unser Boot. So bekam die Athene eine wohlverdiente gratis Süsswasser Dusche.
Entlang eines Gewitters segeln?
Gewitter haben es in sich und sind unberechenbar. Erst einmal alle Tücher einpacken und den Motor starten. Schlägt der Blitz ein, kann die Maschine nicht mehr gestartet werden, denn die Batterie überlebt das meistens nicht. Der Motor braucht aber die Batterie zum Starten. Man tut gut daran, einem Gewitter auszuweichen, ansonsten besteht die Gefahr, die ganze Elektronik zu verlieren und das wäre noch das kleinere Übel. Natürlich ist es auch gefährlich für Menschen.
Trani
Wir hatten einen wunderschönen Ankerplatz angesteuert, der uns fast zum Verhängnis wurde, denn ein Gewitter hat sich während einer Stunde über uns entladen.
BARI
Winterpause Widerwillen
Bari war eigentlich nur als Zwischenhalt gedacht! Aber wie so oft, kommt es anders als gedacht. Der ursprüngliche Plan war im Jahr 2024, von Preveza die ganze Adria rechts hoch und nach einem Monat Aufenthalt in Venedig, die Adria links wieder runter um den Stiefel herum durchs Mittelmeer via Barcelona nach Gibraltar. In Bari wollten wir eigentlich nur das Unterwasserschiff erneuern. Zudem planten wir im September unsere Schwägerin Dulce und bei dieser Gelegenheit den Americans Cup zu besuchen, die Anfrage in der Olympic Marina wegen einem Liegeplatz war schon getätigt. Aber eben...
Road-Tour am Stiefelabsatz
Unsere Wartezeit in Bari verkürzten wir mit Reisen.
Bari leuchtet
Adieu 2024
wir kommen im 2025 wieder
Der Winter 24/25
gespickt mit Erlebnissen und Todo's
2024/25: Winterzeit ohne Athene? Kommt Langeweile auf?
Seht selbst!
2025 - bald geht es weiter!
Wer die Qual hat...
Wir haben uns entschieden. Ziel wird Gibraltar sein. Unsere Reise führt uns, Milde vom Wettergott und anderen Göttern vorausgesetzt, ab Ende April 25, nachfolgender Route entlang. Highlights werden sicher Sizilien und die Inseln davor, Sardinien, Menorca (welches wir nur von Kurzaufenthalten kennen) und Barcelona sein, wo wir uns auch einige Zeit aufhalten werden und wir freuen uns auf die langen Überfahrten.
Flaggenzertifikat erneuert
Die Hochseetauglichkeit unserer Athene mussten wir nach drei Jahren wieder auf Herz und Nieren prüfen lassen. Sie hat den Test bestanden und darf die Schweizer Flagge wieder für drei Jahre an ihrem Heck wehen lassen.
Ein neues Dingi musste her!
Nach mehrfacher Reparatur unseres alten Takacat Dingis, haben wir uns für die nächsten Reisen ein neues Dingi gepostet.