Das war unsere erste Saison mit ATHENE
Juli-Oktober 2022
6.7.2022
Leinen los!
Nachdem sich der Meltemi ausgetobt hatte konnte unser erster Törn mit Athene endlich beginnen.
Wir verliessen am 6.7. um 10 Uhr die Marina Lavrion, die drei Jahre lang der Heimathafen von Athene war. Der Moment war gekommen in dem wir zu zweit auf eigenem Kiel losfuhren. Das Ziel: Anfang August in Leros anzukommen, um von dort aus die Dodekanes zu bereisen. Aber zuerst durch die Ägäis, von Kykladen-Insel zu Kykladen-Insel hüpfen. Die Yacht kennen lernen und uns in unserem neuen Alltag zurechtfinden.
petra
6.7.-13.7.2022
Ankern! Ankern?
Wir haben eine schöne Überfahrt von Lavrion am Festland zur Insel Kythnos. Ankern zwei Nächte in der Bucht Ormos Kolon: baden, Dingi und E-Motor testen, geniessen und dem gemeckere der Ziegen auf der Insel zuhören. Am 8.7. ging es weiter in den gemütlichen Hafen von Loutra auf Kythnos. Dort warten wir gut verankert und vertäut ein heftiges Gewitter ab. Weil weitere gemeldet sind, beschliessen wir noch zwei Tage länger zu bleiben und nutzen diese für einen Ausflug zum autofreien Ort Chora und für eine kleine Rundwanderung. Weiter geht es am 11.7. zur Insel Syros, mit Ziel Ormos Megas Lakkos. Wir haben mit dem Ankerplatz Pech: der Anker löst sich und wir beschliessen, nach einem zweiten erfolglosen Versuch, zur Ormos Kyni zu fahren, Fehlschlag. Böen fegen über die Bucht, zwei drei weitere Versuche, der Anker hält einfach nicht. Bei dem auffrischenden Meltemi ist die Bucht ungeeignet für eine Nacht vor Anker. Jetzt lag nur noch Ormos Delphino in der Nähe die von Navily als gut bei Meltemi, im Hafenhandbuch aber als ungeeignet beschrieben wird. Was tun? Hinfahren und versuchen – es dämmert bereits! Die Besatzung einer ankernden Gigamotoryacht jagt uns aus ..lies hier weiter
petra
14.7.-20.7.2022
Warten wir noch oder segeln wir los?
Der Meltemi wird als typischer Wind der Kykladen aus Nord bis Nordost beschrieben. Er weht in den Sommermonaten stetig, bisweilen erreicht er Sturmstärke. Er tobt dann mehrere Tage heftig mit Böen bis 8/9 Bft. Wir können bestätigen, dass er mehrere Tage und Nächte sehr stark durchwehen kann und uns Segler/-innen in den Häfen fest hält. So geschehen, seit wir am 12. Juli auf Syros im kleinen aber sicheren Hafen Finikas angelegt haben. Die Prognosen für die Inselgruppe der Kykladen, in deren Mitte wir uns auf Syros in etwa befinden, sehen Starkwind, Starkwind, Starkwind mit einem kleinen Zeitfenster am Samstag/ Sonntag vor. Je nach Route welche die nebenan und rundum liegenden Segler und Seglerinnen planen, scheint es sicherer zu sein mindestens bis Mitte nächster Woche zu warten. Wir überlegen hin und her welche Route wir nehmen um dem Meltemi ausweichen zu können und dabei das Ziel, Ende Juli in Leros zu sein, trotzdem schaffen. Bei der Vorbereitung eines Törns ist immer zu bedenken, dass die Route über den Haufen geworfen werden muss, weil es doch heftiger kommt als die Wetterprognose sagt. Es müssen Schutzhäfen oder gut geeignete Ankerbuchten auf dem Weg liegen. Die Inseln der Kykladen haben davon aber oft wenige und mit starken Fallwinden ist bei Meltemi immer zu rechnen. Nicht umsonst werden die Kykladen als sehr anspruchsvolles Revier beschrieben. Wir entscheiden am Samstag, 16. Juli 2022 Richtung Rineia, einer Insel neben dem sagenumwobenen Dilos (auch Delos) gleich neben Mykonos, zu starten um dann weiter über Naxos, Amorgos, Levitha gen Leros zu segeln.
Nach einem wunderbaren Morgen mit leichtem bis auffrischendem Nordwind segelten wir munter nach Rineia. Dort verhiess uns die Süd-Bucht eine wunderbare azurblaue Badepause mit ungestörter Übernachtung. Kurz, der Anker hielt einmal mehr nicht. Die Ankerwinsch versagte dann ...hier geht die Geschichte weiter
petra
21.7. - 27.7.2022
Landaufenthalt inklusive.
Wer sagt es denn. Ein gebuchter und sicherer Hafenplatz ist nicht zu verachten. Leros Marina auf der Insel Leros beim Ort Lakki ist gut ausgestattet und hat sehr, sehr freundliche und hilfsbereite MitarbeiterInnen. Wir sind hier in guten Händen. Wie geschildert brauchts einen Zweitanker, die Ankerwinsch muss überprüft evtl. überholt werden. Diese Dinge laufen unter Safety First und haben oberste Priorität. Aber, gut Ding will Weile haben. Wir sind nicht die einzigen Yachties die eine Reparatur, einen Service benötigen - halt irgendein Anliegen haben. So bleibt uns Zeit Leros zu besichtigen. Eine interessante Insel, die der Jagdgöttin ARTEMIS gewidmet ist. Mit dem Inselbus, dessen Chauffeure gefühlt jedem Inselbewohner freundlich zu hupen, erkunden wir die Dörfer. Sehr schön sind dabei die Buchten, die auch von Land aus sehr reizenvoll sind. Im zweiten Weltkrieg wurde Leros der Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Italien, England und Deutschland. Davon zeugen auch ein Militärmuseum und ein Militärfriedhof. Lakki, das Städtchen, hat einen eigenen etwas heruntergekommenen Scharm. Es wurde in den 30er Jahren von den Italienern, die damals die Insel verwalteten, als Planstadt vom Reissbrett, als erste von vielen die entstehen sollten, gebaut. Es blieb aber bei Lakki, der zweite Weltkrieg kam dazwischen. Es wäre ein Bijou mit einer Architektur die einen Hauch von Bauhaus verströmt, richtig cool. Leider ist der Grossteil der Gebäude marode. Uns gefällt genau das, das liebenswürdige graue Entlein mit dem Potenzial zum stolzen Schwan.
Was macht ein Yachtbesitzer, eine Yachtbesitzerin ansonsten mit «Zwangs»-Hafentagen? Putzen, Schrauben anziehen, dies und das Ersetzen, E-Bikes mieten und rum düsen, Lebensmittel und Zubehör für das Schiff kaufen, Kaffee trinken, Wäsche waschen, leckere Desserts kosten, Rost entfernen, am Abend einen Cocktail in der Marina-Bar «Skipper» schlürfen. Der Alltag ist vielfältig und die Sonne brennt erbarmungslos. Der Wind johlt, die Wanten und Masten der im Wasser liegenden und an Land aufgebockten Jachten (wohl an die 400) verstärken das Jaulen des Windes. Immer - Tag und Nacht.
Statt Collier, neuer Anker: Der neue hoch gelobte und bombenfest haltende ...lies hier weiter
petra
28.7. - 3.8.2022
Hahnenkrähen und Glockengeläut.
Wenn du am Morgen, nach einer sternenklaren Nacht vor Anker, getragen von sanften Wellen, vom Geläut der Geissenglocken und dem Krähen der Hähne geweckt wirst, dann denkst du: Hallo bin ich auf der Alp?
Solche Momente sind ein Teil der Faszination des Segelns und machen diese Art des Reisens für uns unwiderstehlich. Auf eigenem Kiel von Küste zu Küste, von Bucht zu Bucht, von Hafen zu Hafen. Das Ankommen nach einer Überfahrt, da kommt ein Gefühl von Columbus auf. Du liegst mit deiner Yacht in einer Bucht, der Blick geht mit einer gewissen Distanz zur Küste hin. Der Strand mit den Sommergästen auf den Liegestühlen ist weit weg. Du schwimmst draussen im klaren Wasser allein zwischen den Fischen. Oder, du packst dein Stand Up Paddle aus und drehst eine Runde. Das nächste Mal ist das Ziel ein kleiner Stadthafen auf der nächsten Insel. Plötzlich mitten im Gewusel, das es dir schwindlig wird. Fischer laufen aus, andere Yachties sind am Werkeln, der Marinero ist auf Trab und die Taverne nebenan ist gut besetzt. Das sind Kontrastprogramme wie sie uns gefallen.
In dieser Woche konnten wir das gesamte Spektrum davon durchlaufen. Nach zwei entspannten Tagen in der Bucht Ormos Xerokampos gings in flotter Fahrt unter Segeln zurück in die Marina Leros für einen Zwischenstopp. Das bestellte Tau für unseren Anker war gekommen. Am nächsten Tag ging es los auf eine Insel Hopper Tour. Bei besten Bedingungen starteten wir nach Patmos, eine Insel nord-westlich von Leros. Patmos ist die Insel der Apokalypse. Der Apostel Johannes wurde dorthin verbannt. In seiner Einsiedelei hatte er die Vision über die letzten Dinge, die Apokalypse, die er als letztes Buch der Bibel niederschrieb. Zu seinen Ehren wurde zuoberst auf der Insel ein mächtiges Kloster (die Chora) gebaut. Wir lagen gemütlich und weit weg von den Touristenströmen in der Bucht Ormos Grikou. Es waren grosse Bojen mit starker Muring ausgelegt die für 10 Euro pro Tag/Nacht belegt werden können. Der Bojen-Chef kommt mit seinem Motorboot, reicht dir die Muring, kassiert ein und das Schiff liegt ruhig und sicher. Am Abend fuhren wir mit dem Bus in das Städtchen Skala für einen Stadtbummel und um den Stempel für das Transit Log bei der Port Police abzuholen. In der kleinen Taverne am Strand genossen wir frischen Oktopus und Calamares. Es war schon dunkel, ...lies hier weiter
petra
4.8. - 10.8.2022
Spagat zwischen Aktion und Ruhe.
Nach diesen schönen Segeltagen mit vielen neuen Eindrücken die die unterschiedlichen Inseln, von Patmos nach Lipso und zurück nach Leros hinterlassen haben, war es an der Zeit eine Pause vom Segeln und dem Unterwegssein einzulegen. Wir sind das erste Mal «nur» zu zweit auf Törn. Die letzten Jahrzehnte waren wir jeweils während einer, maximal zwei Ferienwochen auf Charteryachten, zusammen mit einer Crew unterwegs. Da waren die Aufgaben und Verantwortlichkeiten auf mehrere Hände, Köpfe und Füsse verteilt. Bei der täglichen Routine wie Wetter- / Routenplanung, proviantieren und kochen, technischen Checks, Logbuch führen, Manöver und Ruder gehen oder der Nachtwache, waren immer genügend Personen da die sich die Aufgaben teilen konnten. Wir lernen das Schiff und seine Eigenschaften täglich besser kennen. Dabei analysieren wir seine Stärken und optimieren fortlaufend seine Ausstattung und schneidern sie auf unsere Bedürfnisse zu. Auch das ist eine neue Erfahrung. Als Eigner und Eignerin kümmerst du dich um jedes Detail und reparierst täglich dies und das. Es heisst nicht umsonst «du reparierst dich mit einem Segelschiff um die Welt». Das «Vierhandsegeln» fordert uns daher mental und körperlich ordentlich heraus. Auch der stürmische Start mit den vielen aufregenden Ereignissen der ersten Wochen haben einiges an Energie gekostet.
Umso wichtiger ist es, eine gute Balance zwischen Aktion und Ruhe zu finden. Wir haben uns vorgenommen genügend Ruhezeiten einzulegen. So bleiben wir bis zur Heimreise, am 9.8.2022, im Hafen. Das bedeutet nicht, dass wir nichts tun. Die Insel Leros ist sehr vielseitig, hat schöne Buchten und vieles mehr das entdeckt werden will. Wir nutzen die Zeit um die Insel besser kennen zu lernen. Machen mit dem Dinghi flotte Fahrten an schöne Strände, zum Baden und Relaxen. Eine Fährenfahrt auf die Nachbarinsel Kalymnos passt da super in das «Erholungs-programm». Wir beobachten Fischer, die vom Fang zurückkommen und die frischen Fische direkt an der Mole auf dem uralten, schönen Marmortisch auslegen und an die wartende Kundschaft ...lies hier weiter
petra
6.8. - 30.8.2022
Urlaub vom Reisen.
Es ist Zeit, die ersten vier Segelwochen mit vielen Erlebnissen liegen hinter, und drei Wochen Heimurlaub vor uns. Wir haben etliches dazugelernt, unvorhergesehene Schwierigkeiten gemeistert, intensive Erlebnisse und Begegnungen gehabt. Wir haben uns in Geduld und Demut geübt. Vieles lässt sich in den Beiträgen auf unserer Homepage erzählen, aber längst nicht alles beschreiben und vermitteln. Da ist viel mehr an Momenten, Gefühlen und Möglichkeiten, die eine solche Reise mit sich bringt. Erinnerungen, die uns bleiben und von denen wir ewig zehren können. Wir wurden täglich gefordert, körperlich ebenso wie mental. Das ist ein Teil des Reizes, dafür nehmen wir auch Dinge auf uns, die wir zu Hause nie so hinnehmen würden. Aber wenn dem nicht so wäre, blieben wir ja auch zu Hause. Jetzt ist es aber Zeit eine Auszeit vom Reisen zu nehmen. Wir freuen uns auf das Daheim und die lieben Menschen, Familie, Freunde, die wir wiedersehen.
Auch im «Heimurlaub» liess uns die Organisation für Athene nicht los. Einige technische Arbeiten mussten via Mailkorrespondenz mit der Marina geklärt werden. Diverse Dinge wollten wir noch kaufen. Ein robuster Überzug auf die Sitze im Salon musste genäht werden. Ein Mastlift mit Maststuhl und neue Türgriffe wurden bestellt. Die Zeit verging im Flug. Ein Paket ist in Richtung Leros auf dem Weg und schon sitzen wir wieder im Flugzeug nach Kos.
Nach dem Meltemi-Juli mit kühlem Wind empfängt uns eine feuchtwarme Wand. Drückendes, schweisstreibendes Wetter auf Leros. Während der drei Tage, in denen wir Athene herrichten, frische Lebensmittel kaufen und verstauen, die angekommenen Pakete abholen und die eine oder andere kleine Reparatur machen mussten, trieb es uns den Schweiss förmlich aus den Poren. Wir lebten in einer überdimensionierten Sauna.
Um so schöner die Vorhersage, dass die drückende, diesige, feuchte, heisse, windlose Süd-Wetterlage ein Ende nehmen wird. Wir freuen uns auf die Rückkehr des Nordwindes, der kühles, klares Wetter bringt. Und das Wunderbare – Vorhersage für den Meltemi in normalen Windstärken, zwischen 3 und 5 Beaufort. Das sind Aussichten auf entspannte Segelwochen. Darauf haben wir lange gewartet.
petra
3.9. - 9.9.2022
Hausmittel sind nützlich, wenn sie funktionieren.
Nach unserer Rückkehr mussten wir uns leider vom Basilikum verabschieden. Die Sache mit der Wasserversorgung via PET-Flaschen hat kläglich versagt. Einen neuen kaufen wollen wir nicht. Denn im Oktober werden wir die Saison beenden, und was machen wir dann mit ihm? Eben! Ohne Basilikum, übernehmen wir wieder vollumfänglich die Verantwortung für den Schutz des Schiffes vor Unheil und Mücken. Ruhiges Segelwetter lockt uns hinaus in die Inselwelt und wir freuen uns darauf unsere Athene wieder bewegen zu können. Patmos mit der Bucht Griko, in der wir an einer Boje liegen werden, ist unser erstes Ziel. Ein idyllischer Ort mit tollen Möglichkeiten für Fahrten mit dem SUP und Schwimm- und Schnorchel-Ausflüge. Aber wir erleben unser heiliges Wunder! In der ersten Nacht piesacken und nerven uns Mücken, dass es uns richtig verleidet. Oh, hätten wir doch unser Basilikum noch! Unzählige Mücken haben sich im Schiff festgesetzt, da wissen wir schon was uns blüht in den kommenden Nächten. Nicht schön, gar nicht schön. Da kommt die Frage auf, was hilft gegen diese Insekten? Wir können nicht einfach nebenan zum Laden und Antibrumm kaufen – da gibt es nämlich keinen Laden. GOOGLE sei Dank findet sich ein Hausmittel das helfen soll: Zitronenöl. Gelesen getan. Das Oel wird hergestellt und am Abend nach dem Duschen, mit Creme vermischt, eingerieben. Und siehe da – die Mücken machen einen grossen Bogen um uns - Hausmittel hurra!
Nach drei schönen Tagen möchten wir direkt nach Samos weiter. Es schwebt uns eine Nacht- bzw. eine in den Sonnenaufgang-Fahrt vor. Drum heisst es am Montagmorgen um 03:30h Leinen los – hinaus in die Dunkelheit. Das hat schon was magisches. Es sind zwar vereinzelt Leuchtfeuer und ferne Lichter auf den Inseln zu sehen, ein grandioser Sternenhimmel über uns – ansonsten dunkelste Dunkelheit. Die Wellen rauschen, weisse Schaumkronen blitzen auf und laufen unter dem Schiff durch, heben und senken Athene – unheimlich und schön. Die Böen und der Seegang nehmen stetig zu das Rudergehen ist anstrengend und die Wellen verpassen uns einige Duschen auf dieser Fahrt. Da sind wir froh, als wir nach 8 Stunden in der Marina Samos anlegen. Wir haben für vier Nächte einen Platz reserviert, um diese spannende Insel in Ruhe zu besichtigen. Eine Insel, auf der der berühmte Mathematiker und Philosoph Pythagoras ...lies hier weiter
petra
9.9.-16.09.2022
Wenn sich Yachten um Gulets wickeln und Gelcoat leidet.
Tiefenentspannung ist unsere Losung. Warum sollen wir nicht zwei Tage länger als geplant in der kleinen, ruhigen und idyllischen Bucht Ormos Steno auf Arki bleiben. Es drängt kein Termin. Wir haben keine Verpflichtungen. Wir können die Seele einfach baumeln lassen. So geniessen wir die Zeit mit Inselspaziergängen, feinem Essen in der Taverne von Isidor dem Fischer, schwimmen und werkeln. Am 11.9. geht es dann weiter Richtung Insel Lipsi. Leichte Brise aus Nord, die zu einer schönen Segelfahrt einlädt. Den Hafen von Lipsi kennen wir, da haben wir keine guten Erinnerungen, aber die Insel ist schön, wir wollen endlich mehr davon erkunden. Böen frischen auf, die Stärke nimmt stetig zu, wir liegen wieder an der Aussenmole im Hafen von Lipsi, die den Fallwinden und dem Schwell ausgesetzt ist. So stecken wir zur Sicherheit eine Spring steuerbords und zwei über Kreuz am Heck, das sollte halten. Beim Spitzenkoch der Insel ist ein Tisch für ein feines Dinner reserviert.
Da beginnt ein Drama in zwei Akten, direkt neben uns. Eine Charteryacht, die wir schon auf Arki beobachteten, welche sich mit Ankern und Anlegen sehr schwergetan hatte. Sie legt sich backbord von uns an die Mole. Mit Müh und Not hält beim zweiten Versuch der Anker, die Leinen sind fest. Die Crew geht an Land, ich gehe zum Duschen. Als ich zurück komme, sagt Marcel, der Anker der Nachbaryacht rutscht. Der Skipper muss mit voller Kraft der Maschine voraus halten was zu halten ist, um nicht an die Mole gedrückt zu werden – die Crew ist immer noch auf Landgang. Wind und Schwell nehmen zu, die Crew rennt herbei, die Situation spitzt sich zu. Leinen los – eine klemmt, wird nicht frei und damit ist das Schicksal besiegelt. Der Wind erfasst den Bug und die Yacht bewegt sich rasch und unaufhaltsam auf die backbord neben ihr liegenden Ausflugs-Gulet zu. Der lange Holz Steven der Gulet spiesst sich unter dem Bimini hindurch, verfängt sich und wirkt als enormer Hebel. Die Yacht wickelt sich um den Bug der Gulet. Es ist kaum auszuhalten. Alle Yachties die sich im Hafen befinden, stehen auf der Mole und ziehen an Leinen, stecken Fender, versuchen das Boot abzustossen, schreien Anweisungen. Alles gut gemeint, aber in so einem Stress Momentum ist der Skipper und die Mannschaft überfordert. Es gelingt die Yacht weg von der Gulet zu bekommen aber nur kurz, ein zweiter Crash. Ein Crewmitglied wird vom Holz Steven getroffen und ..lies hier wie es weiter geht
petra
Hier gehts zum Film unserer Erlebnisse im September 2022
17.9. bis 23.09.2022
Wenn Licht fehlt.
Levitha besteht auf den ersten Blick nur aus Steinen. Auf den zweiten, hat es eine wunderbare, wohlriechende Macchia und verschiedene Bäume, die sich in ein kleines Tal hineinducken. Die Bewohner, eine sehr sympathische Bauernfamilie, die mit ihren Ziegen und Schafen und einem Stück flachem Inselland für den Gemüseanbau, das Maximum aus dieser kargen Landschaft herausholt. Für die Yachties haben sie in der Bucht 13 Bojen ausgelegt. In der Taverne verarbeiten sie das was sie anbauen und züchten, zu feinen währschaften Speisen. Der Fisch wird tagesfrisch gefangen und auf dem Grill zubreitet. Wir hatten das Glück bei einem Spaziergang hoch zur idyllischen Kirche des Anwesens den Bauer anzutreffen. Er zeigte uns einen Weg zum höchsten Punkt der Insel, auf dem es in Vorzeiten eine Burg gab. Wir kraxelten die 130 Höhenmeter kreuz und quer über die Stein-/Fels- und Geröllhalde hinauf. Der alte Ziegenbock am Wegrand schaute uns etwas mitleidig an, als wir an ihm vorbeistolperten. Die Aussicht von oben hat alle Mühen gelohnt, einzigartig. 360-Grad Blick auf die Weite des Meeres, die Inseln die da so hingetupft im blauen Wasser liegen und hinab in die kleine Bucht in der unser Schiff, wie die anderen Yachten auch, sicher an einer Boje liegt.
Was wir hier ausserdem erleben durften, waren diese magischen Nächte ohne Licht. Gemeint ist das künstliche Licht unserer Zeit, das uns sonst immer und überall helle Nächte bereitet. Sobald wir auch nur 50 Meter von der Bucht mit den beleuchteten Yachten oder dem Bauernanwesen entfernt waren und die Taschenlampe ausschalteten (ohne Taschenlampe könnten wir uns hier nachts keinen Meter bewegen – wir wären absolut blind und hilflos) und wir so dastanden, die Köpfe in den Nacken legten und in die unendliche Weite des Himmels blickten. Ja dann, dann wussten wir definitiv, dass wir uns auf einem sehr kleinen Ort in einer nicht vorstellbaren Weite befinden. Dass die Erde ein Teil dieser Unendlichkeit ist und nicht so viel wiegt in dessen Geschichte. Das Fehlen von Licht macht es möglich, dass die Sterne, Planeten zum Greifen nah erscheinen und in einer unglaublichen Anzahl sichtbar sind, die wir uns nicht hätten vorstellen können. Das hat uns Ehrfürchtig dastehen lassen und eine Dankbarkeit für das, was wir jeden Tag erleben dürfen erfüllte uns.
Wir haben uns nach drei Tagen von Levitha verabschiedet. Bei schönem Südwind, der sich in den letzten Tagen mit viel Tau in der Nacht eingestellt hatte, segelten wir ....lese hier weiter
petra
23.9. -30.09.2022
Kurze Pause.
Ich musste für einige Termine nach Hause. Und so sieht sie aus, die komplizierte Heim-Reise: Zuerst nehmen wir den Bus nach Agia Marina, wenn die Fähre von dort abfährt. Wenn sie von Lakki abfährt, gehen wir zu Fuss zum Fähranleger. Mit der Fähre geht es nach Kos. Fahren wir mit Blue Star Ferrys ab Lakki, dauert die Fahrt 2.5 Stunden, mit der Dodekanes Ferry, einer Schnellfähre, dauet die Fahrt 1,25 Stunden. Je nach Ankunftszeit in Kos schaffen wir den Bus zum Flughafen (Euro 4 pro Person). Wenn das nicht funktioniert, fahren wir mit dem Taxi (Euro 40). Bei meiner Reise am 23.9. brauchte ich eine Stunde, um ein Taxi in Kos zu bekommen und habe den Flug beinahe verpasst.
Beim Flug mit Ankunft in Basel, geht es mit dem Bus zum SBB von dort, entweder mit der S-Bahn oder der Tram, nach Muttenz. Mit Ankunft in Zürich nehmen wir den Zug nach Basel SBB und dann weiter mit S-Bahn oder Tram. Den Rest bis ins Oberdorf gehen wir zu Fuss. So sieht ein Reisetag von Leros nach Muttenz aus. Dauer zwischen 9 und 14 Stunden – für immerhin 1900 km.
Das Ganze dann natürlich wieder zurück. Gut, endlich bin ich zurück in Leros. Athene ist startklar, wir müssen nur noch etwas frisches Gemüse, Obst und Trinkwasser kaufen. Den Stempel bei der Port Police für das Transit Log abholen. Am 1. Oktober 2022 wollen wir los. Plan: die südlichen Dodekanes-Inseln zu besuchen. Das sind Astypalaia, wegen ihrer Form auch Schmetterlingsinsel genannt. Nisyros, eine Vulkaninsel mit erloschenem Krater aber immer noch Schwefeldämpfe ausstossend. Und dann zurück über Kos, Kalymos nach Leros. Es sollen 10-12 gemütliche Tage mit Segeln und Inselbesichtigungen werden. Total werden es ca. 142 Seemeilen sein. Wir freuen uns auf diesen Saisonabschluss hier in den Dodekanes, bevor es für die Winterpause nach Hause und Athene an Land geht.
Daraus werden am Ende aber nur drei Tage und schon sind wir wieder in Leros. Warum ist nebenan zu lesen.
petra
1.-7.10.2022
Wenn irische Segler beten.
Was ist passiert? Wie schon einmal erläutert ist das Wetter das Mass für eine Törn Planung. Die Aussichten waren gut. Wind zuerst aus West, später aus Nord mit 4-5 Bft. Donnerstag-Freitag auffrischend in Böen bis 7. Für diese beiden Tage haben wir Hafentage eingeplant – alles also im grünen Bereich. Vor dem Ablegen am Samstag, morgens um 4 Uhr, sah die Vorhersage etwas anders aus. Prognose für stärkeren Wind für Sonntag und Montag, ab Mittwoch Steigerung mit Böen 7-8 am Donnerstag und Freitag. So wollten wir zuerst nach Astypalaia und am Dienstag, bei etwas gemässigteren Bedingungen, nach Nisyros und dort die heftigsten Tage bleiben. Wir segelten in schöner Fahrt die 44 Seemeilen nach Astypalaia und rein in den Hafen. Dieser soll bei Nordwind sehr sicher sein. Der Hafen Skala liegt beim Hauptort, der sich malerisch die Hänge zur Chora mit der imposanten Burgruine emporzieht. Vier Windmühlen, oben am Hang, prägen das Dorfbild. Ein kleiner lebhafter Ort mit steilen Fusswegen und Treppen. Wir erklommen diese und genossen die wunderbare Aussicht von der Burg hinunter auf Hafen, Dorf und Inseln im weiten Meer. Zwei Tage wollten wir die Insel erkunden, mit einem Mietwagen, der am Sonntag geordert werden sollte. Sonntagmorgen 8 Uhr kam es aber anders – starke Böen aus West drückten seitlich auf den Bug der Yachten und der Schwell schob hart nach hinten gegen die Mole. Mehrere Fender waren nötig, um das Heck zu schützen. Alle Schiffe im Hafen begannen einen nervösen Tanz. Nach links und rechts, zurück nach vorne und wieder seitlich. Springs wurden gelegt, Anker justiert – auch wir versuchten das Boot so zu sichern, dass es gut und etwas ruhiger liegt, bis der Wind nach Nord dreht – vorausgesagt auf ca. 14 Uhr. Aber es wurde immer extremer, wir fanden die Situation zunehmend unsicher. Athene hüpfte hin und her wie ein Rösschen, im Takt ihrer Yacht-Kollegen. Unsere Nachbarn, ein älteres irisches Segelehepaar mit vielen 1000 Seemeilen unter dem Kiel und viel Erfahrung, lugte sich die Szenerie an, er schaute hoch zum Himmel und stiess ein Stossgebet aus, dass es nicht noch heftiger käme. Da beschlossen wir definitiv zu gehen, denn wenn schon irische Seemänner beten… .
Einmal mehr Flucht aus dem Hafen. Wir haben gut entschieden denn der ....und hier geht es weiter
petra
Hier ein kleiner Filmbeitrag.
7.-9.10.2022
Kalymnos wir kommen trotzdem.
Wenn wir schon nicht segelnder Weise Kalymnos länger besuchen konnten, haben wir uns entschlossen die spannende Insel per Fähre zu besuchen. Schon sind Fähre und ein schönes Hotel, im Ort Mirties, zum Entspannen gebucht. Jetzt brauchten wir nur noch ein Mietauto oder Roller. Die Ernüchterung traf uns unvorbereitet. Alle Anbieter sagen uns, dass alle Fahrzeugkategorien auf Kalymnos komplett ausgebucht sind. Kein einziges Fahrzeug war zu bekommen. Was ist denn bei euch los fragte ich beim dritten Autovermietungsbüro. «Hey, auf Kalymnos ist gerade die Hauptsaison für die weltweite Kletterszene» war die Antwort. Auch das Hotel konnte nicht weiterhelfen. Fix prüften wir, ob es einen Insel Bus gibt, ob dieser auch den Ort anfährt, in dem das Hotel ist und wichtig, ob er auch am Wochenende fährt, denn das ist nicht auf allen Inseln gewährleistet. Glück, alles passt. Es gibt einen Bus der auch regelmässig, inkl. Samstag, Sonntag fährt. Damit ist unsere Mobilität zwar eingeschränkt aber immerhin gesichert. Wir haben es uns gemütlich gemacht an diesem Wochenende und über die Scharen von Kletterern gestaunt, die jeden Morgen mit ihrem gesamten Equipment, Helm Rucksack, Seile usw. in alle Richtungen davon fuhren. Am Abend dann das Rösslispiel retour. Die Orte Mirties und Masouri sind richtige Kletterlocations, es wimmelt nur so von Kletter- und Wandergruppen, Jung und Alt, alle Nationen. Es war lebhaft und interessant zuzuschauen, wie diese SportlerInnen unterwegs sind. Auf Kalymnos gibt es 3400 Kletterrouten, da ist für alle Schwierigkeitsgrade etwas dabei. Die höchsten Kategorien 8 und 9 sollen sehr anspruchsvoll sein. Seit Anfang der 90er Jahre wurde Kalymnos immer bekannter für seine Kalksteinformationen mit ihren vielen Höhlen und zieht heute sowohl die Welt-Elite wie auch AnfängerInnen an. Wir widmeten uns dem süssen Nichtstun und besuchten die Insel Telendos, ein Ort wie aus der Zeit gefallen. Nur mit den Fischerpendlerbooten zu erreichen. Die beeindruckende Insel wurde infolge eines Erdbebens im Jahr 554 n. Chr. von Kalymnos abgetrennt. Wir genossen es, einmal nicht als Segler unterwegs zu sein. Insbesondre auch deswegen, weil wir in der folgenden Woche das Schiff für die Wintersaison vorbereiten müssen. Da verbringen wir noch viel Zeit im Hafen und auf der Yacht. Es war schön auf Kalymnos. Er und hat uns gutgetan, dieser Kurzurlaub. petra
Hier gehts zum Kurzfilm, viel Spass.
10.-18.10.2022
Wenn eine Yacht ins Winterlager muss.
Am 18. Oktober 2022 wurde ATHENE ausgewassert und bleibt bis zum 23. März 2023 an Land. Eine Yacht winterfest zu machen ist eine aufwändige Angelegenheit. Weil wir das zum ersten Mal machen, wollten wir uns genügend Zeit dafür nehmen. Ein grosser Katalog an to do’s lag vor uns. Wir teilten ihn in Häppchen und Tagesrationen auf, so dass uns auch noch etwas Zeit für Ausflüge blieb.
So werkelten wir jeden Tag am Schiff herum, mussten noch dies und das einkaufen. Genossen es aber auch mal an einem schönen Strand den Nachmittag zu verbringen. Die kleine Bucht von Panteli auf Leros hat es uns angetan. Gemütlich, jetzt kaum noch Touristen glasklares Wasser. Zu den sechs imposanten Windmühlen auf der Höhe hat es uns auch gezogen. Eigentlich passte alles zusammen. Auch das Wetter war plötzlich herbstlich kühl. Nachts haben wir schon mal die Heizung angeworfen, die Daunendecken mochten wir auf die letzten Tage aber nicht mehr hervorholen. Und es regnete sogar, leicht, aber immerhin. So fiel es nicht schwer aufs Segeln zu verzichten und sich auf die to do’s zu konzentrieren. Am 18. Oktober um 8:00 Uhr wurde ATHENE vom Kran aus dem Wasser gehoben und an ihren Standplatz gefahren, wo sie die nächsten 5 Monate stehen, wird. Aufgebockt und von uns gut vorbereitet. Die Techniker der Marina Leros Evros werden die eine oder andere Arbeit während des Winters erledigen. So freuen wir uns bereits auf den Frühling 2023, wenn unsere Yacht wieder ins Wasser kommt und wir im April 2023 wieder lossegeln.
Aber jetzt wird die Schweizer Flagge eingerollt und verstaut: Tschüss, bis nächstes Jahr!
petra
Hier ein paar Eindrücke zu Leros
Antio sas - Auf Wiedersehen.
Auf den Herbst, den Winter und den Frühlingsbeginn zu Hause freuen wir uns. Es gibt Dinge, die auf einer solchen Reise zu kurz kommen, wie Kultur und soziale Kontakte zu Familie und Freunden. Das alles werden wir umso mehr geniessen, wenn wir wieder daheim sind. Auch gewisse Annehmlichkeiten, die uns manchmal fehlen, werden wir in vollen Zügen auskosten. Wohl gerade, weil nicht immer alles immer verfügbar ist, oder so läuft wie wir es im geordneten Leben in der Schweiz gewohnt sind. Das sind Kleinigkeiten wie, dass z.B. Produkte im Laden oder ein Menü auf der Speiskarte gerade nicht verfügbar sind, weil das Transportschiff erst in zwei Tagen kommt. Oder das Thema Duschen. Wenn wir z.B. zwei, drei Tage in einer Bucht sind fehlt eine «richtige» Dusche. Die Decksdusche und die Innendusche ermöglichen es uns natürlich die Hygienestandards aufrecht zu erhalten. Aber weil auf einem Boot in unserer Grösse nicht unendlich viel Süsswasser zur Verfügung steht, gehen wir damit sehr sorgsam um und verkürzen das Duschvergnügen radikal auf wenige Minuten. Laufen wir in einen Hafen in den Dodekanes und in der Ägäis ein, gibt es oft keine Sanitäranlagen mit Duschen im Hafen. Dankbarerweise gibt es immer mal eine Pension oder ein Restaurant, ja sogar der Marinero, die für 3-4 Euro eine Duschgelegenheit anbietet. Dadurch wird uns einmal mehr bewusst, wie wertvoll gewisse Güter und Dinge sind und dass es nicht selbstverständlich ist, dass diese immer in unendlicher Menge und jederzeit zur Verfügung stehen. Was hingegen immer verfügbar war ist die Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit der Griechen und ihr Talent, immer eine Lösung zu finden. petra
Antio sas
Wir freuen uns auf das Zurückgehen und Wiedersehen im März 2023.
Erste Saison geglückt!
Bestimmt werden wir auf diese erste Segelsaison mit unserem eigenen Schiff zurückblicken und erst im Nachhinein noch über das eine oder andere Erlebnis staunen, schmunzeln oder uns fragen, wie wir das nun wieder geschafft haben. Vielleicht müssen wir uns auch ab und zu kneifen damit wir merken, dass es kein Traum mehr ist, sondern wir bereits dabei sind ihn zu leben. petra
Hier gehts zum Abschlussfilm 2022.