Marcel hat viele Seemeilen und Geschichten in seinem Seesack gesammelt. Diese erzählt er hier und lässt alle, die sich dafür interessieren daran teilhaben. Viel Vergnügen beim Lesen.
Am 9. Juli 1986 hat Marcel zusammen mit Petra seine ersten Meilen absolviert, und zwar von Elba nach Korsika und zurück.
Bis zum heutigen Tag (31.10.25) hat er selbst fast 20'000 Seemeilen im Kielwasser gelassen, meistens als Skipper aber auch als Co-Skipper und davon waren es mit Petra zusammen auf der ATHENE mehr als 4000 Seemeilen.
Überführung Kanaren Balearen
Grosse Überführung
Seychellen
tolles Erlebnis
Geschichten die der Törnalltag schrieb
Antarktische Halbinsel
Es war vor über 30 Jahren, als ich mich dazu entschloss eine Auszeit zu nehmen, um mich einer Crew mit besonderem Vorhaben anzuschliessen.
Heide und Erich Wilts suchten Crewmitglieder für Ihren Törn zur antarktischen Halbinsel. Ich meldete mich auf das Inserat und sie luden mich damals zu sich nach Düsseldorf ein, um mit mir über eine Törnteilnahme zu sprechen. Ihre Bedingungen hatten mich dann aber aus finanziellen und anderen Gründen abgehalten, daran teilzunehmen. Schlussendlich hat sich die Angelegenheit aber von selbst erledigt. Das Ehepaar hat sich dann doch dazu entschlossen, dieses Abenteuer sicherheitshalber mit langjährigen Weggefährten zu unternehmen. Dies hatten sie mir aber im Gespräch auch so angedeutet.
Auf Drift in der Anse Volbert
"Oh nein, nicht schon wieder die Boje, nicht schon wieder…
Marcel wir sind nicht mehr am gleichen Ort“.
Diese Geschichte hat einen Anfang und wie immer: „ein glückliches Ende!“
Aber fangen wir doch einfach von vorne an!
Wir übernachteten in der Anse Volbert und lagen an der Boje unmittelbar vor Chauve Souris, einer vorgelagerten Insel vor Pralins. Die Nacht war ruhig. Nach dem Frühstück verliessen wir die Boje, hissten die Segel und kreuzten zwischen Pralins und Curieuse hin und her und genossen den schönen Tag und die fast frische Brise.
Augen auf: "Was sehe ich?"
Und doch sieht man nicht nur Wasser!
„Hast du den springenden Schwertfisch gesehen?“ So oder ähnlich hat sich mein erster Ausbildungsskipper gemeldet, wenn wieder mal was los war auf dem Meer. Und es war viel los. „du musst nur konzentriert auf die Meeresoberfläche schauen und du siehst so viel interessantes!“ Das macht den Reiz des Segelns aus, interessantes und neues zu entdecken.
Ausgespannt im Angesicht des Mondes
Generationenkonflikt der besonderen Art
Die ARC war schon ein paar Tage alt, wir hatten uns langsam an den Rhythmus der Wellen, der Morgenstandlinien und der Mittagsbreiten gewöhnt. Die Stimmung war gut und alle genossen das wenig bis gar nichts tun. Das härteste an der ganzen Überfahrt war das Rudergehen.
Bobby Schenks Dank
Von: Bobby Schenk
Gesendet: Mittwoch, 30. November 2016 14:02
Betreff: Danke
Lieber Marcel Hirsig,
jetzt haben Sie mich in Ihrem Mail vom 12/16/15 so gelobt, dass ich Sie direkt anschreibe ... und dann ist nix passiert. Meine Entschuldigung: Ich benutze 2 E-Mail-Adressen ([email protected] und sehr selten: [email protected]). Sie haben an die Adresse [email protected] gemailt, wo ich praktisch nie reinschaue. Aber heute hab ichs halt mal gemacht und da lese ich dann zum ersten Mal Ihr so nettes Mail. Das hat mich schon sehr gefreut!
Bojen Piraten
Nach der Überfahrt von Praslin zu unserem Lieblingsplatz ist schon wieder einige Zeit vergangen und wir müssen uns beeilen, dass wir noch vor Sonnenuntergang unsere Bucht erreichen.
Dort wo man die Einsamkeit und die Ruhe so hautnah spürt.
Bald stellt sich heraus, dass wir nicht die Einzigen sein werden, nein es kommen von allen Seiten immer mehr Segelboote, um sich einen Nachtplatz zu sichern.
In unsere Bucht sind noch vor uns zwei Katamarane eingebogen und haben sich zwei Bojen geschnappt. Jetzt hat es nur noch eine, etwas exponiert ist sie.
Dieseltank für ein Wolkenkratzer
"Das kann aber nicht sein, dass unser Dieseltank nur 400 Liter fasst, das wäre ja bei diesen Motorstunden ein Verbrauch von 2.6 Litern."
"Das musst du nochmals nachrechnen." Standard-Normalverbrauch 3-4 Liter. In der Strasse von Gibraltar stellt unser Navigator fest, dass die Dieselanzeige stark nach unten zeigt. Das reicht bei diesem Wind und der Welle gegen an, garantiert nicht mehr bis nach Gibraltar. Also ablaufen nach Cádiz.
Beim Tanken in Cádiz hatten wir dann die grosse Erleuchtung. Es waren nicht wie in der Bootsbeschreibung 400 Liter- sondern 600 Litertanks. Glücklicherweise hatten wir eine Tankanzeige, die funktionierte. Man kommt auch ohne Motorkraft ans Ziel. Wir hatten Segel und mit segeln kommt man in den meisten Fällen ans Ziel, auch wenn es halt hart gegen an geht. Der Urlaub hätte sich einfach um einige Tage verlängert.
Ein Unglück kommt selten allein...
Unvergessliche Stunden...
Die Wellen werden immer höher je länger wir in die Nacht hinein segeln und der pechschwarze Nachthimmel lässt kein Mond- und Sternenlicht durch; unwirklich, gespenstisch. Es geht lange und langsam hoch und dann wieder runter und wieder langsam hoch und wieder runter, so etwas kostet auf dem Jahrmarkt eine schöne Stange Geld. In der jetzigen Situation hätten wir aber lieber das Geld ausgegeben.
Das einzige Licht, dass erahnen lässt, was sich vor uns auftürmt, ist der grüne und rote Widerschein der Navigationslichter am Bug. Sie legen schemenhaft die Konturen der heranrollenden Wellen offen. Ist das nur Einbildung oder echt? Schon seit längerer Zeit bin ich daran, bewaffnet mit Eimer und Kelle, jenes Wasser welches vermeintlich eindrang, wieder dort hinzubefördern, von wo es vermeintlich herkam.
Einreise? Nicht bei uns!
Anlässlich eines Skipper Treffens erzählte ich meinen Kollegen, dass ich von meiner Crew verlangt hatte, dass sie unbedingt den Pass und nicht die ID mitnehmen sollten. Das tue ich immer, wenn man sich in Gewässern bewegt, bei denen man weiss, dass in gewissen Ländern eine Einreise nur mit Pass möglich ist.
Beim Einklarieren in Cádiz verlangte ich von meinen Crewmitgliedern die Pässe, einer der Teilnehmer hatte nur die ID dabei. Das hiess für mich, dass ich die Crewlisten, die ich für den gesamten Törn vorbereitete, anpassen musste. Anlässlich des erwähnten Skipper Treffens kam das grosse Erwachen. Da erzählte mir ein Skipper, dass er die gleiche Tour in umgekehrter Richtung gemacht hätte und eben wegen dem gleichen Problem in Marokko einlaufen wollte, um zu tanken. Vor dem Einlaufen auf See, wurden sie von der Küstenwache angehalten und nach dem wohin und wieso befragt, daraufhin wurden ihre Pässe verlangt. Zwei Crewmitglieder hatte nur die ID dabei.
Endlich fest…
...aber felsenfest!
Schon eine gute halbe Stunde sind wir nun daran, unser Boot irgendwie am Molenkopf festzumachen. Vorleine, Achterleine, Springs, alles nützt nichts. Wir werden vorne immer wieder weggedrückt. Der Katamaran, eine Lagoon 400, hat so viel Angriffsfläche, dass ich nur dank den 2 Motoren, das Schiff auf der Stelle halten kann und es sind keine Schiffe da, auf die ich in irgendeiner Weise aufliegen konnte. Nur ganz kleine Motorboote sind an der normalen Mole festgemacht.
Motor aus und der Wind hätte uns mit dem Vorschiff in die anderen Schiffe hineingedrückt. Die Böen wurden immer heftiger und auf den kreuz- und quer Schiffsverkehr im Hafen von Bonifacio musste ich auch noch achten, um in keinen Unfall verwickelt zu werden.
„Wie wäre es, wenn wir es mit der anderen Seite versuchen?“, meinte meine Frau.
Also ein letzter Versuch! Leinen los, jemand bleibt auf der Mole zurück und wir drehen das Schiff um 360 Grad. nie!
Erfahrung macht den Meister
Wir dümpeln so dahin, es scheint fast so, wie wenn der Grossbaum es darauf abgesehen hätte, eine Unaufmerksamkeit unseres Bullenstanders auszunützen, um auf die andere Seite des Boots zu gelangen. Er hat aber nicht damit gerechnet, dass dieser richtig angemacht ist und sich nicht übertölpeln lassen will. Es ist heiss und sehr ruhig, kaum Wellen. Trotzdem driften wir zwar langsam, aber stetig, in Richtung Felsen. „Es wird Zeit, dass wir langsam die Maschine anmachen, um von diesem Platz wegzukommen.“ „Hat jemand den Schlüssel gesehen?“ „Er liegt im Navitisch“, kam die Antwort umgehend. „Hipp, hipp, ich habe den Schlüssel und jetzt nichts wie weg!“ Schlüssel rein und Startknopf betätigen. Keine Reaktion.
Noch mal und noch mal, immer noch keine Reaktion. „Irgendetwas ist mit der Zündung nicht…“ war die eine Idee.
Fischfutter vom Navigator
„Entschuldigung, darf ich mal?“ und die Fische konnten sich schon wieder auf die nächste Fütterung freuen. Zurzeit Dauergäste in unserem Fahrwasser. Der Grund: „unser Navigator“.
Unser Ausbildungstörn an dem wir als B-Schein-Aspiranten teilnahmen, war gut besetzt. Der Skipper, eine Familie mit nahezu erwachsener Tochter, welche als Gast eingeschrieben war, zwei weiteren männlichen Crewmitgliedern, meine Frau und ich waren an Bord. Alle waren freudig gespannt auf das was da kommen möge und doch überwiegte das Grummeln in der Magengegend beim Gedanken, den Ärmelkanal zu überqueren sich mit den Gezeiten, Strömungen, Verkehrstrennungsgebieten, Nachtfahrten, trockenfallenden Häfen, grossen Hafenanlagen, Nebel, usw. beschäftigen zu müssen. All das, was wir in der Vergangenheit im Wohnzimmer oder im Schulzimmer in der Theorie gelernt hatten und doch gab es vieles, das nur bleibt, wenn es praktisch erlebt wird.
Fondueplausch 3000m über Grund
Der Schimmelkäse muss weg!
Unser Skipper, ein bekannter Weltumsegler, hat uns während der ARC-Regatta über den Atlantik, von Las Palmas nach St. Lucia, immer wieder gute Tipps gegeben und man merkte ihm an, dass er nicht zum ersten Mal über den Teich segelte und wusste, wovon er sprach.
Er brachte immer wieder Beispiele, die uns zeigen sollten, dass Ressourcen schnell mal zu Ende gehen können, wenn man nicht genug aufpasst und nicht sparsam damit umgeht.
Ganz schön mies, dieser Anfang im Paradies
Der Skipper hat immer recht... oder?
Heftiges Gewitter gleich in der ersten Nacht. Das kann heiter werden. Und am Morgen danach: „Bei uns tropft es durch die Luke herein“. Ein neues Schiff? Na typisch: „halt neu!“ Ein neues Schiff muss gleich nach der Auslieferung grunderneuert werden, damit es für den richtigen Bordalltag etwas taugt. Das kennen wir ja. Kaum war das abgehakt, hörte ich auf dem Steg schon Stimmen, die mir vom Dialekt her bekannt vorkamen und nichts Gutes verhiessen.
Jägerlatein, Anglerlatein, Seglerlatein….
Geldbeutelwache
Wartezeit!
Nach einem langen, anstrengenden Tag, endlich angekommen in Reykjavik, der Hauptstadt von Island. Schnellstmöglich eine Unterkunft suchen, damit wir das Gepäck loswerden um anschliessend die Stadt noch ein bisschen zu erkunden, denn wenn’s gleich morgen mit dem Törn schon losgeht, haben wir nicht viel von der Stadt gesehen und das wäre dann doch sehr schade.
Eine Unterkunft haben wir schnell gefunden, es war eine Jugendherberge. Dort haben wir eingecheckt und dann ging es gleich los in die Stadt. Nachdem wir da etwas herumgeschnüffelt haben, ging’s zur Erholung und Stärkung ins Kaffe Reykjavik, wo wir den Tag ausklingen lassen wollten, wobei hier im hohen Norden die Tage sehr lang und die Nächte sehr kurz sind.
Hafenausfahrt gesperrt
Die Polizei "Dein Freund und Helfer!"
Wie immer war er auch dieses Mal wieder geplant: „Ein Nachtschlag“ zum Abschluss des Törns in den Morgen hinein, dem Sonnenaufgang entgegen. Ein Highlight für die ganze Crew, im speziellen für jene TeilnehmerInnen, die sowas noch nie erlebt haben und doch ist es dann nur eine halbe Nacht mit dem gleichen Effekt, auf den dann die Teilnehmer Lust auf mehr verspüren. Sozusagen herantasten in homöopathischen Häppchen.
Mit einer kleinen oder neuen Crew mache ich es meistens so, dass wir bei gutem Wetter vom vorletzten Hafen, der nicht allzu weit vom Zielhafen entfernt sein sollte, sehr früh am Morgen auslaufen, um dann in der Nähe des Zielhafens in einer Ankerbucht zu ankern und den Vormittag dort nochmals richtig zu geniessen.
Hafenkilometer
Segeltaschen mit Rollen, ein Geschenk des Himmels!
Da steh ich nun mit meinen schweren Reisetaschen, es ist dunkel. "Und in diesem Hafen soll ich mein Schiff finden?" Großartige Idee!
Der Taxifahrer hat mich, nachdem er einmal rauf und runter gefahren ist und zweimal nachgefragt hat, auf die Strasse gestellt. Den Namen des Bootes hat er nicht gekannt: “Wie soll er auch?“ Ich soll doch nach "Herbert" dem Skipper fragen, stand in meinem Bord-Pass. Diese Nachricht hat mir suggeriert, dass ich es hier mit einem kleinen schnuggeligen Hafen zu tun haben werde. Für mich war dieser Hafen vorher kein Begriff, das hat sich aber schlagartig geändert. Denn jetzt stehe ich am Hafenbecken und schaue rüber auf die andere Seite.
Lac Leman: "Unser Geisterschiff"
Genfersee: wo ist das Boot plötzlich geblieben?
Lange Zeit war bei jedem Treffen mit unseren Freunden die Rede davon, endlich auf grosse Fahrt zu gehen. „Kann auch was kleineres sein“, nur sollte es endlich losgehen. Weil die Kinder noch Aufsicht benötigten, konnte man eine längere Abwesenheit sowieso vergessen. Deshalb hiess es stöbern, vielleicht liess sich ja etwas für ein verlängertes Wochenende auf einem Schweizer See finden. „Es wird ein Wochenende auf dem Genfersee“, erfuhren meine Freunde von mir, ob das recht sei. „Natürlich, suuper“, ertönte eine vorfreudig zittrige Stimme, von weit weg, durch den Hörer.