Der Abschlussfilm zu unserer 4 jährigen Reise
2022 bis 2025
Agäis, Dodekanes, ionisches Meer, Adria, tyrrhenisches Meer
Wir haben uns nochmals nach
Italien aufgemacht
Die Odyssey
Wir wollten am 23. September 25 mit dem Zug von Basel nach Mailand und von da aus weiter via Selerno nach Metapont, wo uns dann ein Mitarbeiter der Marina in der die Athene liegt, abholen sollte.
Erste Interessenten besichtigen Athene
Einen Tag nach unserer Ankunft hatten wir ein Treffen mit unserem Makler, um noch ein paar Details zu klären und alles hörte sich sehr gut an. Kaum war er und sein Mitarbeiter der noch ein paar zusätzliche Fotos gemacht und Filme gedreht hatte, von Bord, klingelte das Handy und der Makler war dran. Er habe Interessenten, die gerne das Boot ansehen möchten, ob wir vor Ort seien. Ja und von da an waren wir im Verkaufsprozess. Zwei Paare kamen, um sich unser Boot anzusehen und wir waren der Meinung aufgrund der Fragen, die sie an uns stellten, dass es nur darum ging, das Boot zu besichtigen ohne besondere Kaufabsichten. Mitte Woche kam dann die Mitteilung vom Makler, dass ein grosses Interesse daran bestehe unsere Yacht zu kaufen. Er habe von ihnen den Auftrag erhalten, ihr Boot, eine kleinere Bavaria in den Verkaufsprozess zu integrieren da sie die Absicht hätten sich zu vergrössern und sich mit dem Gedanken beschäftigen die Athene zu kaufen.
Der letzte Törn musste trotzdem sein
Denn unsere Aufenthaltsfrist in der EU läuft im Dezember 25 aus, deshalb muss das Boot vor Ablauf dieser Frist die EU verlassen, um wieder für 18 Monate in der EU bleiben zu können, ausser das Boot wird vorher verkauft, dann müsste der Käufer die Mehrwertsteuer bezahlen, sofern er EU-Bürger ist. Das Risiko wollten wir aber nicht eingehen, denn im November macht wegen dem unbeständigen Wetter niemand mehr gerne diesen Weg über die Adria und zurück.
Am Schluss nach unserer Rückkehr nach Porto degli Argonauti werden es dann in 17 Tagen rund 380 Seemeilen sein, die wir dafür zurücklegen.
Am Samstag den 27.9. hiess es um 6 Uhr aufstehen, um rechtzeitig nach Gallipoli aufzubrechen. Vorher musste noch der Dieseltank aufgefüllt werden, dazu funkten wir die Marina an und jemand kam, um uns den Tank zu füllen. Anschliessend ging es durch den Kanal, der die Marina vom Meer trennt
und wir nahmen Kurs auf Gallipoli.
Wir versuchten einen Platz in Gallipoli zu bekommen, leider erhielten wir auf alle Anfragen per Telefon, eMail, WhattsApp, Navily bei allen Marinas keine Rückmeldung und als es vor der Stadt richtig anfing zu regnen und wie verrückt zu blasen und sich eine unangenehme Welle aufbaute, wichen wir dem Unwetter aus und steuerten die Bucht unterhalb von Gallipoli an. Dort warfen wir dann unseren Anker auf blauestem Blau aus und wir hatten wieder einmal eine ganze Bucht für uns allein. Als wir da ankamen, war alles ruhig und der Himmel zeigte sich in den schönsten Farben.
Magisch
Und die Gemütlichkeit
war zum greiffen nah!
Leuca
südlichster Teil von Festland Italien
Der Tag nach der Nachtfahrt
Am 29.09. 19.06 Uhr Start in Leuca und 10.46 Uhr am 30.09.25
Ankunft in Orikum (Albanien)
Eine schöne Nachtfahrt, leider mit Wind auf die Nase. Aber unser eiserner Otto schob uns Stunde um Stunde voran, so dass wir müde, aber wohlbehalten, bei Sonnenaufgang Albaniens Küste ansteuern konnten.
Bevor man mit dem Boot in fremden Hoheitsgewässern einfährt, muss man die gelbe Flagge Q unterhalb der nationalen Flagge setzen. Q allein bedeutet sinngemäß „An Bord ist alles gesund – Ich bitte um freie Verkehrserlaubnis“. Wenn aber unter der Flagge Q auch noch die Flagge L gesetzt wurde, dann bedeutet das sinngemäß „Mein Schiff ist verseucht“ bzw. „Mein Schiff ist seuchenverdächtig“ und damit ist das entsprechende Wasserfahrzeug auf adäquate Hilfe von Land aus angewiesen. Läuft man in einen Port of Entry ein, dann kann es sein, dass man so lange an Bord bleiben muss, bis die Pass- und Zollbehörden die Erlaubnis dazu geben, dass man das Boot verlassen darf. In einigen Fällen kann der Skipper von Bord, um einzuklarieren die Crew muss aber an Bord bleiben, bis die Formalitäten erledigt sind.
Orikum
Ein schöner Yachthafen mit allen Annehmlichkeiten die der Yachtie so braucht. Beim ersten Mal, vor über einem Jahr haben wir uns den Norden angesehen, jetzt ging es in den Süden von Albanien.
Hotel mit Restaurant
Jetzt gibt es auch gleich neben der Marina ein Hotel mit Restaurant.
Die Küche hat den Test bestanden.
Albanien der Süden
Wir wollen am Sonntag, 5.10.25 ca. ungefähr um 15Uhr die Leinen lösen, um am anderen Morgen in Brindisi zu landen. Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir ein paar Tage und wollen diese nutzen, um uns den Süden von Albanien noch ein bisschen besser anzusehen. Dazu haben wir wieder einmal ein Auto gemietet und eine Übernachtung in Sarande mit Meerblick (wie könnte es anders sein) gebucht.
Ein Ausflug in eine mehr als 2500-jährige Geschichte
Das ist der Nationalpark Butrint
Römisches Theater
Das beeindruckende Theater aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. bot Platz für bis zu 2.500 Zuschauer und gibt einen Einblick in das kulturelle Zentrum von Butrint.
Faszinierender Aspekt des Theaters ist seine Entwicklung. Die Römer renovierten das ursprüngliche griechische Theater, fügten eine neue Bühne hinzu und verbanden das nahegelegene Heiligtum des Asklepios mit den Unterbauten des Theaters.
Grosse Basilika
Die Grosse Basilika ist ein absolutes Muss – ein beeindruckendes Beispiel für frühchristliche Architektur aus dem 6. Jahrhundert.
Dieses Gebäude war das religiöse Zentrum der antiken Stadt und zeigt, wie wichtig es damals war.
Kreuze im Mörtel nahe der Apsis – sind Symbole, die vor dem bösen Blick schützen sollten, hinterlassen von den Bauarbeitern.
Römische Bäder
Die Bäder, die während der römischen Kolonisierung erbaut und später im 2. Jahrhundert n. Chr. renoviert wurden, zeigen die ausgeklügelten Heizsysteme und architektonischen Stile der damaligen Zeit.
Ein Teil der Bäder ist noch unentdeckt, aber die freigelegten Bereiche zeigen dir gut, wie der Komplex aufgebaut war – zum Beispiel das Caldarium (Heizraum) mit dem alten Heizsystem und den gefliesten Böden.
Nach dem Aufenthalt in Sarande und dem Besuch des Butrint Nationalparks, der übrigens auch einfach von Korfu mit der Fähre und Bus zu erreichen ist, sind wir durch das Landesinnere gefahren und haben
die Steinstadt besucht
Gjirokastra, auch bekannt als die "Stadt aus Stein", zählt zu den ältesten Städten Albaniens und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Stadt vereint auf besondere Weise Geschichte, Kultur und modernes Leben.
Sturm in der Adria
Sturm, hohe Wellen in der Adria. Kein vernünftiger Mensch läuft mit seinem Boot in der Nacht in dieses Inferno hinaus. Deshalb haben wir uns auf ein längeres Abwarten in Albanien eingerichtet und alles abgesagt und neu organisiert. Den Hafenplatz in Orikum verlängern. Den Agenten informieren, wegen der Ausreisepapiere vom Zoll, damit wir bei unserer Einreise in Italien freundlich begrüsst werden. Die Agentin in Brindisi informieren. Sie meldete zurück, dass es wegen der stattfindenden Boots-Show schwierig wäre einen Platz in der Marina zu finden. Sie werde aber alle Hebel in Bewegung setzen, damit wir irgendwo einen Platz bekämen.
In diesem Zusammenhang ist uns eingefallen, dass uns unser Makler bei unserer Erstbesprechung anbot, für uns im Verkaufshafen einen Platz zu organisieren. Damals war das keine Option, da wir ja viel früher in Brindisi ein- und auslaufen wollten. Marcel nahm aufgrund der neuen Lage, parallel mit dem Makler Kontakt auf, um zu klären, ob das Angebot immer noch gilt.
Wir werden sehen, wo wir am Schluss landen. In der Fortsetzung wäre geplant, dass wir am Donnerstagnachmittag in Albanien starten, um am Freitagmorgen in Brindisi einzulaufen und hoffen, dass das Wetter bis zu unserer Rückkehr im Porto degli Nauti positiv bleibt.
Im Herbst ist halt alles sehr labil und das Wetter kann schnell umschlagen, so ist es uns am Sonntag ergangen, denn die ganze letzte Woche war der Sonntag noch ein guter Reisetag, der Wetterumschwung war erst für Montag geplant.
Das Wetter ist bald das Einzige, auf das wir keinen Einfluss haben - oder doch? Zumindest ist die Wassertemperatur überall höher als auch schon, diese Veränderung spüren wir jedes Jahr, wenn wir unsere Füsse ins Meer strecken und unser Boot sich durch Algenteppiche wühlt.
Obige Grafiken zeigen die Wind- und Wellensituation. 34 Knoten ist schon ziemlich heftig und zusammen mit der Welle s. Grafik daneben, kann es sehr ungemütlich werden. Ein weiterer Faktor kommt hier noch dazu, nämlich die Dünung. Bis am Tag vorher wehte ein Südwind, das haben wir auch an den warmen Winden gespürt. Jetzt hat die Windrichtung aber in nördliche Richtung gedreht. Die Welle wird jetzt von Norden vor dem Wind hergetrieben und immer höher, gleichzeitig ist aber die Restdünung aus Süd unterwegs und die Wellen treffen aufeinander, was zu einem unruhigen Wellenbild führt. Dann kommt noch der natürliche immerwährende Zyklus der Gezeiten die auch noch Einfluss haben. Also lieber abwarten und Tee trinken.
unser Zeitvertreib...
... bei Wind und Wetter
Darum hängen Stofftiere
an albanischen Häusern
Religion war in Albanien im Kommunismus aus dem öffentlichen Leben verbannt. Umso mehr besinnen sich die AlbanerInnen heute auf religiöse Traditionen – oder Aberglauben, je nachdem, wie man es sieht. So sind an vielen Häusern im Land Stofftiere angebracht. Das soll die bösen Blicke fernhalten.
Adieu Albanien,
Jetzt geht es zurück nach Italien
Brindisi
Nach einer 17-stündigen Fahrt sind wir in Brindisi angekommen. Dieses Mal keine besonderen Vorkommnisse, lief alles perfekt. Wir mussten sogar etwas Fahrt rausnehmen, damit wir nicht zu früh einliefen.
Brindisi hat uns viele Geschichten beschert.
Königin der Segelyachten
"ATHENE" eyecatcher während zwei Tagen an der Brindisi Bootsshow
Nächster Step:
Porto Touristico
di San Foca
diese Marina liegt zwischen Brindisi im Norden und Leuca im Süden. Ein idealer Zwischenhalt, ob man in nördliche oder südliche Richtung will. Die angrenzende Stadt ist klein, aber fein. Es gibt Gelaterias, Pasticceria's und Pizzerias. Also alles, was man so braucht, wenn man in Italien unterwegs ist.
Und schon sind wir wieder in
Santa Maria di Leuca
Die nächste und letzte Nachtfahrt steht bevor
Am 14. Oktober 2025 verliessen wir gegen 16.30 Uhr Leuca in Richtung Porto degli Argonauti und erreichten diesen am nächsten Tag gegen 9 Uhr. Bevor wir aber unseren Liegeplatz ansteuerten, mussten wir noch Diesel tanken. Wir baten die Marina per Funk uns jemanden zur Tankstelle zu schicken, damit wir tanken konnten. Nach einiger Zeit erschien dann ein Marinero. Im Vorfeld hörten wir noch über Funk, wie sich zwei Männer gegenseitig anschrien. Als der Marinero kam, war er sichtlich aufgeregt, riss den Zapfhahn aus der Säule und übergab ihn Marcel. Marcel wollte den Zapfhahn in das Einfüll-Loch schieben und bevor er den Schlauch richtig erfassen konnte, riss der Marinero den Schlauch hoch und aus dem Zapfhahn schoss in hohem Bogen ein Schwall Diesel über das Achterdeck und knapp an Marcel vorbei. Eine schöne Begrüssung.
Die letzten Tage
ein bisschen geniessen...
... ein bisschen arbeiten
Die Athene in neuen Kleidern
Wir hatten einiges zu tun am Boot, denn wir wollten es schon jetzt für die Übergabe an eine potenzielle Käuferschaft optimal vorbereiten. Da gab es bestimmte Dinge, die wir eigentlich schon kurz nach dem Kauf machen wollten. Wir liessen es aber dann sein, weil wir mit der Zeit merkten, dass man zuerst alles notwendige, sicherheitsrelevante ersetzen sollte, bevor man an die Verschönerung geht, denn schon das Nötige und Wichtige nagt ordentlich am Geldbeutel.
Das Schiff war nicht unansehnlich, im Gegenteil. Immer wenn etwas kaputt ging, ging bei uns der Spruch um, ja unser Vorgänger legte halt mehr Wert auf schöner Wohnen (nach dem gleichlautenden Titel eines Wohnmagazins).
Aber da waren beispielsweise die Relingsdrähte die wir schon unansehnlich, gelblich, von der Sonne gebleicht mitkauften. Ärgerlich, aber rein optisch, also kein Sicherheitsproblem, deshalb ersetzten wir sie nicht. Jetzt aber ohne lange zu überlegen, haben wir uns dazu entschlossen die Relings Drähte doch auszutauschen. Jetzt sieht das Boot schon sehr schick aus.
Und da waren die Fender (die aufgeblasenen Dinger, die das Boot schützen sollen), diese konnten eine Aufhübschung vertragen. Dazu gibt es sogenannte Fendersocken, die man über die Fender ziehen kann und damit schont man das eigene Schiff, das Quietschen hat ein Ende kein Abrieb am Boot und die Socken lassen sich waschen oder auswechseln, wenn sie einmal schmutzig sind.
Da war das Holz das intensiv gepflegt werden sollte. Im Winterlager in Prevezza hat es sehr gelitten und es gab viele unansehnliche Stockflecken, weil es da so feucht war. In einem ersten Schritt hatten wir das Holz schon einmal gereinigt und geölt. Es gab aber immer noch Restflecken, die wir unbedingt noch weghaben wollten. Deshalb hat Marcel mit einem Spezialreiniger das Holz bearbeitet, gebürstet und gewässert. Anschliessend kam ein Bleichmittel auf das Holz damit es ein bisschen heller wurde und zum Schluss kam nach dem Abtrocknen Teaköl aufs Holz. Jetzt sieht auch das wieder wie neu aus.
Und wenn man den SVB-Katalog (ein Ottoversand für Marinebedarf) glauben schenken darf, dann sollte man nur noch kaufen und das taten wir jetzt auch, damit sich auch der nächste Käufer an der schönen Athene erfreuen kann.
Dann waren da noch viele Details zu beachten:
- Was bleibt auf dem Boot, was werfen wir weg
- Was nehmen wir nach Hause
- Alle Schaps wurden geleert, geputzt und all das wurde wieder zurückgestellt das im Boot bleiben soll
- Das Beiboot und das SUP musste von Deck und verstaut werden
- Innen wie Aussen musste alles tipp top gereinigt werden
- Die Gummidichtungen an den vielen Fenstern, die die Athene hat, mussten mit Vaseline eingefettet werden, damit sie wieder gut abdichten
- Die Toiletten brauchten eine besondere Behandlung
- Der Motor und Saildrive mussten gecheckt und wo nötig, entsprechende Flüssigkeiten nachgefüllt werden
- Das Gelcoat brauchte eine besondere Behandlung damit es geschützt und schön bleibt
- Das Boot musste, da es im Wasser bleiben sollte, für den Winter richtig vertäut werden.
- Das Seewasserventil wurde geschlossen
- Batterie-Hauptschalter vom Motor, den Verbrauchern und dem Bugstrahlruder wurden abgeschaltet
- Die Marina bekam einen Ersatzschlüssel für alle Fälle
- und vieles andere mehr
wuwuwu.it
Wenn aus dem Lautsprecher italienischer Züge "wuwuwu" herauskommt, heisst das nicht, dass gerade ein Hund in der Nähe des Schaffners ist, sondern dass damit "wewewe" gemeint ist.
Auflösung: weil die Italiener, wie die Engländer, das w als doppel v auf italienisch als doppiovu aussprechen, kürzen sie www ab und machen daraus vuvuvu was sich wie wuwuwu anhört.
Schwingt Giovanni den Dieselschlauch, dann bleibt sicher kein Skipper trocken, in diesem Fall hilft nur noch wuwuwuvigilidelfuoco.it.